Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – Amerika

meyerhoff1Ein Jahr in Amerika – das ist für viele Jugendliche ein Traum, den sie sich in der Schulzeit erfüllen. Fast alle träumen dabei davon, in einer der großen Städte zu landen, in New York, in San Franciso. Von Wyoming träumt wahrscheinlich keiner.

Aber beim Vorbereitungsgespräch, das Joachim Meyerhoff in Hamburg führt, merkt er, dass er wohl nur eine Chance auf einen der begehrten Plätze hat, wenn er sich vom Traum von der Großstadt verabschiedet. Welcher Teufel ihn allerdings geritten hat, dann auch noch “streng gläubig” anzugeben, weiß er später nicht mehr, als er schon längst in einer Kleinstadt in Wyoming, USA gelandet ist und dreimal wöchentlich mit seinen neuen Gasteltern zur Kirche geht. Weiterlesen

Karl-Ove Knausgård – Sterben (Min Kamp I)

knausgardAus den Archiven der LESELUST – Das besondere Buch. Damit diese Bücher im neuen Blog-Format nicht in Vergessenheit geraten, werden sie hier in den nächsten Wochen neu eingestellt. Vielleicht ist ja doch noch die eine oder andere Entdeckung für euch dabei!

‘Für das Herz ist das Leben einfach. Es schlägt, solange es kann.’ Mit diesen zwei kurzen Sätzen war mein Interesse für dieses Buch geweckt, als vergangenen Herbst die Verlagsprospekte eintrudelten. Weiterlesen

Urs Widmer – Reise an den Rand des Universums

widmerUrs Widmer ist ein Autor, von dem ich zwar bereits etliche Bücher gelesen habe, den ich in meiner Wahrnehmung aber dennoch nie zu den “großen”, bekannten Autoren gezählt habe. Er hatte für seine beiden, schon autobiographisch geprägten, Bücher “Der Geliebte der Mutter” und “Das Buch des Vaters” sehr viel Beachtung erfahren. Und nun also eine Autobiograhpie, die allerdings nur die Jahre 1938 – 1968 umfasst, den Zeitpunkt zu dem er zum Schriftsteller wird, seine aktive Schriftstellerlebenszeit jedoch außen vor lässt. Weiterlesen

Urs Widmer – Mein Leben als Zwerg

widmerzwerg“Sleepy” war der Produktionsname des Zwergs, der heute noch in Urs Widmers Wohnung herumliegt; alle Farbe abgewetzt, das Plastik schon ganz brüchig, einzelne Körperteile dann auch schon weggebröselt – ein Leben lang hatte der Zwerg ihn begleitet, war starr und steif an seinem Platz gestanden. Doch was hatte ihn in der Zeit bewegt, in der er von keinem Menschenauge gestreift worden war? Weiterlesen

Agota Kristof – Die Analphabetin (L’Analphabète) – gelesen von Hannelore Hoger

kristof-analphabetinAgota Kristof – dieser Name begegnete mir in Diskussionen in der Leselust immer wieder, doch dachte ich, es wäre nicht unbedingt eine Autorin, die mir liegen würde.

Dieses kurze Hörbuch, die autobiographische Erzählung, hat mich jedoch eines Besseren belehrt. Mit ganz schlichten, unprätentiösen und vor allem auf gänzlich unsentimentale Weise erzählt die Autorin hier (zwar in der Ich-Form, aber doch immer in erzählerischem Kontext) von einer zwar ärmlichen, aber glücklichen Kindheit; davon, wie sie schon mit 4 Jahren lesen konnte, weil sie zur Strafe so häufig zum Vater, der Dorfschullehrer war, in die Klasse geschickt wurde, wo sie dann stillzusitzen hatte.

Worte, Geschichten – sie sind wie die Luft zum Atmen für das Mädchen, das schon früh anfängt, selbst Geschichten zu erfinden und zu erzählen, besonders gern dem kleinen Bruder, der leicht zu beeindrucken ist. Weiterlesen

Urs Widmer – Das Buch des Vaters

widmervaterIn “Der Geliebte der Mutter” hatte Urs Widmer bereits einen Teil der Geschichte seiner Eltern verarbeitet; “Das Buch des Vaters” erzählt nun den fehlenden Teil, der allerdings nur wenige Überschneidungen aufweist.

Es ist ein völlig anderer Stil, eine komplett andere Sichtweise; nur wenige Episoden kommen in beiden Büchern vor, und als Leser empfand ich das als sehr spannend. Dabei ist es keinesfalls so, dass man dieses zweite Buch nur mit Kenntnis des ersten verstehen und genießen kann – es sind völlig voneinander losgelöste Bücher, von denen mir die Vater-Geschichte auch deutlich besser gefällt. Weiterlesen

Urs Widmer – Der Geliebte der Mutter

widmermutterAls sie ihn kennen lernt, ist sie die Tochter eines reichen Mannes – und er ein junger, unbekannter, aber ambitionierter Dirigent. Er gründet ein Jugendorchester, spielt die verpönte neue Musik – und sie wird sehr rasch Dauerbesucher dieser Konzerte.

Bald übernimmt sie weitere Aufgaben, organisiert, kümmert sich – und darf zum Lohn auch auf die erste Gastspielreise nach Paris mit. Hier passiert es – Edwin nimmt sie wahr, nimmt sie mit in sein Bett, und sie lässt es zu: denn er ist der “Richtige”. Weiterlesen

Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben

mrrMarcel Reich-Ranicki, der einflußreichste Literaturkritiker des deutschen Sprachraums, schreibt hier über sein Leben.

1920 in Polen geboren, war er nach dem Bankrott seiner Eltern 9 Jahre später nach Berlin gekommen. Unterstützt von der Familie seiner Mutter, lebten sie hier nicht gerade üppig, aber zufrieden. Vor allem seine Mutter war glücklich, endlich wieder in Deutschland zu sein, dem Land der Kultur, ein Land, an das sie glaubte. Marcel erlebt eine Schulzeit im Wandel – zwar wird der Einfluß der Nationalsozialisten immer stärker, doch halten sich die Repressalien gegen Juden noch in erträglichen Grenzen. Vor allem aber wird in dieser Zeit seine Liebe zur Literatur, zumal zur deutschen Literatur, geweckt. Dies und die in den 30er Jahren in Berlin blühende Theaterszene prägen ihn ganz entscheidend. Weiterlesen