Chimamanda Ngozi Adichie – Americanah. Vom Reiz des Fremden

americanahVon diesem Buch hat man in der letzten Zeit sehr viel gehört, es wird einem von vielen Seiten empfohlen oder gar ganz nachdrücklich ans Herz gelegt. Eines kann ich an dieser Stelle gleich verraten: meine Empfehlung fällt nicht ganz so eindeutig aus.

Worum geht es? In aller Kürze: Ifemelu und Obinze kennen sich während ihrer Sekundarschulzeit in Lagos kennen und beliebten sich ineinander. Während Obinze mit aller Kraft den Traum nachhängt, eines Tages in die USA zu gehen, ist Ifemelu indifferenter. Doch die Chance, dann tatsächlich zu gehen, bitte sich ihr und nicht ihm.

Amerika erweist sich aber gerade zu Beginn hat nicht als das so gelobte Land, auf das sie so aufgeblickt hatten. Sie hat keinen Job, keine Arbeitserlaubnis, macht einige sehr unangenehme Erfahrungen. Aber vor allem, und das wird ihr erst so richtig klar, als ihre Umstände sich verbessern, wird sie hier erstmals so richtig damit konfrontiert, das sie schwarz ist.

Die Beziehung zu einem reichen weißen Mann ebnet ihr viele Wege, doch als die Liebesgeschichte ein Ende findet, beginnt die einen Blog über die Diskriminierung von Schwarzen in den USA zu schreiben und ist damit rasch sehr erfolgreich.

In der Zwischenzeit versucht Obinze in England sein Glück, da er kein Visa für die USA erhält, doch noch bevor er eine Scheinehe eingehen kann, um die nötigen Papiere zu erhalten, wird er abgeschoben. Zurück in Lagos trifft er auf einen einflussreichen Mann, mit dessen Hilfe er den Aufstieg schafft und sehr reich wird.

Ifemelu beschließt, nach Nigeria zurück zu kommen. Und der lange unterbrochene Kontakt zwischen den Beiden flammt wieder auf… Weiterlesen

Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – Amerika

meyerhoff1Ein Jahr in Amerika – das ist für viele Jugendliche ein Traum, den sie sich in der Schulzeit erfüllen. Fast alle träumen dabei davon, in einer der großen Städte zu landen, in New York, in San Franciso. Von Wyoming träumt wahrscheinlich keiner.

Aber beim Vorbereitungsgespräch, das Joachim Meyerhoff in Hamburg führt, merkt er, dass er wohl nur eine Chance auf einen der begehrten Plätze hat, wenn er sich vom Traum von der Großstadt verabschiedet. Welcher Teufel ihn allerdings geritten hat, dann auch noch “streng gläubig” anzugeben, weiß er später nicht mehr, als er schon längst in einer Kleinstadt in Wyoming, USA gelandet ist und dreimal wöchentlich mit seinen neuen Gasteltern zur Kirche geht. Weiterlesen

Christian Schünemann, Jelena Volic – Kornblumenblau

kornblumenblauMilena Lukin ist Mitte Vierzig, hat einen zehnjährigen Sohn, den sie alleine großzieht, schreibt an ihrer Habilitationsschrift und ist ansonsten beruflich vor allem mit der Aufarbeitung der Gräuel beschäftigt, die während des Krieges geschahen.

Vom Vater ihres Kindes, eines Deutschen, lebte sie schon vor der Geburt getrennt; dass er dem Kind so viel mehr bieten kann als sie in ihren immer prekären Verhältnissen wurmt sie teilweise sehr. Weiterlesen

Lars Gustafsson – Der Mann auf dem blauen Fahrrad (Mannen pa den bla cykeln)

gustafssonEs ist kalt, der wind bläst, die Felder und Wiesen grünen nicht mehr üppig, sondern sind grau und braun. So ist auch die Stimmung des Mannes, der da auf seinem blauen Fahrrad unterwegs ist. Auf dem Gepäckträger befördert er eine schwere Last.

Dieser Mann ist Jan Friberg, Handelsvertreter für Küchenmaschinen von Elektrolux, und er ist unterwegs zu einem Herrensitz, an dem er hofft nach seinem verkorksten Tag endlich eine Maschine verkaufen zu können.

Doch es kommt anders. Weiterlesen

Urs Widmer – Reise an den Rand des Universums

widmerUrs Widmer ist ein Autor, von dem ich zwar bereits etliche Bücher gelesen habe, den ich in meiner Wahrnehmung aber dennoch nie zu den “großen”, bekannten Autoren gezählt habe. Er hatte für seine beiden, schon autobiographisch geprägten, Bücher “Der Geliebte der Mutter” und “Das Buch des Vaters” sehr viel Beachtung erfahren. Und nun also eine Autobiograhpie, die allerdings nur die Jahre 1938 – 1968 umfasst, den Zeitpunkt zu dem er zum Schriftsteller wird, seine aktive Schriftstellerlebenszeit jedoch außen vor lässt. Weiterlesen

Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt – Der Mann, der kein Mörder war. Sebastian Bergmans erster Fall

hjorthmoerderHochgelobt und doch…

In diesem ersten Fall des Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt darf man als Leser die Bekanntschaft des Polizeipsychologen Sebastian Bergman machen, der sich aus dem aktuellen Dienst schon seit etlichen Jahren zurückgezogen hatte. Weiterlesen

Eliot Perlman – Tonspuren

perlmanEs ist mittlerweile einige Tage her, seit ich die Tonspuren zu Ende gelesen hatte. Ich wollte das Gelesene erst sacken lassen, meine zwiespältigen Empfindungen bei dem Buch ein wenig zur Ruhe kommen lassen. Weiterlesen

Martin Walker – Femme Fatale. Der fünfte Fall für Bruno, Chef de Police

walkerfemmeAuch im fünften Fall von Bruno, Chef de Police, spielt die jüngere Zeitgeschichte des Perigord eine Rolle. Diesmal wird eine Frauenleiche auf einem Boot angetrieben – offensichtlich Opfer eines heidnischen Rituals. Die Spuren führen in alte Felshöhlen, die Resistance spielt natürlich wieder eine Rolle, und gekocht wird außerdem gut und reichlich. Weiterlesen

Julian Barnes – Arthur und George

barnesarthurJulian Barnes, der große britische Autor, hat sich in diesem Roman eine reale historische Begegenheit als Grundlage genommen. Weiterlesen

Franz Hohler – Gleis 4

HohlerGleisEin dringend benötigter Erholungsurlaub sollte es werden, ohnehin schon zeitlich eingeschränkt durch eine Operation. Auf dem Weg zum Flughafen steht Isabelle kurz verzagt mit ihrem schweren Koffer an der Treppe zu ihrem Bahngleis; da bietet ein höflicher älterer Herr ihr an, den Koffer hochzutragen – und stirbt unmittelbar darauf vor ihren Augen. Weiterlesen