Pippi Langstrumpf – Nein Danke.

pippiIch bin, wie vermutlich die meisten Kinder zu meiner Zeit, mit Astrid Lindgren aufgewachsen. Oder besser gesagt: mit Pippi Langstrumpf. Und Michel von Lönneberga. Karlsson vom Dach. Und damit … hört es bei mir auch schon wieder auf. Falls ich als Kind die anderen Bücher doch auch gelesen haben sollte, so kann ich mich auf jeden Fall nicht mehr daran erinnern.

Aber macht ja nichts. Pippi Langstrumpf alleine genügt doch schon. Das ist doch etwas, worauf man sich dann durchaus auch freut, wenn man selbst Kinder hat – ihnen dieses Buch vorzulesen.

Und da kam dann schon die nächste Enttäuschung. Es hat mir keinen Spaß gemacht. Ich fand Pippi Langstrumpf nicht mehr witzig und spritzig, sondern tat mich beim Vorlesen oft ganz schön schwer. Vieles, was Pippi macht, ist eigentlich nicht nett und unfair und ungerecht. Das haben auch meine Kinder schnell gespürt – und entsprechend viel nachgefragt. Pippi wurde für sie nicht zu einer Identifikationsfigur (das starke Kind, das den Erwachsenen widerstehen kann). Sie haben mich gebeten, nicht mehr daraus vorzulesen. (und damit sind wir noch nicht mal beim Thema, dass in der neuen Version einige Sprachbilder entschärft wurden).
Auch die Verfilmungen – ob Zeichentrick oder mit Menschendarstellern – kommen hier so gar nicht an.

Aber dafür entdecken wir, meine Kinder und ich, jetzt schön langsam das ganze Lindgren-Universum, das abseits von Pippi liegt. Die Kinder von Bullerbü waren ein wunderbarer Einstieg, als sie noch kleiner waren, weil die Länge der Geschichten so perfekt fürs abendliche Vorlesen geeignet waren. Der Kindsvater beschwerte sich zwar immer mal wieder darüber, dass in diesen Geschichten ja so gar nichts passieren würde. Stimmt. Und genau das mögen meine Kinder auch. Es ist eine heile Welt, die da beschrieben wird, und die Kinder erleben Alltag, der ein bisschen freier und wilder ist als ihr eigener.

Ronja Räubertochter – das war zu früh, zu grausam, zu viele Gruselelemente.

Aber dafür wieder Madita! Da sind es zwar zwei Schwestern, aber sie sind etwa so alt wie meine Söhne es jetzt sind. Und sie finden sich in sehr vieler Hinsicht wieder, haben so manchen Blödsinn, der darin geschildert wird, auch selbst schon angestellt oder zumindest dran gedacht. Wir sind zwar noch lange nicht durch, aber sie beflügelt die Phantasie der Kinder. Es kommt selten vor, dass sie Geschichten nachmalen – bei Madita tun sie es.

Und so entdecke ich jetzt auf meine alten Tage doch noch Astrid Lindgren für mich, und noch mehr natürlich – für meine Kinder. Geht es nur mir / uns so?

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