Klaas Huizing – Der letzte Dandy

dandy

Aus dem Archiv:

Die Vorstellung “was passiert nach dem Tod” beschäftigt die Menschen seit jeher. Bei Klaas Huizing ist der Himmel irgendein Ort am Meer, kein Sandstrand unter Palmen, sondern eher Ostsee, und die Eitelkeiten der Irdischen bleiben nach wie vor erhalten.

Daher sind die beiden Herren, die man hier bei einem Strandspaziergang begleiten kann, unschwer als Thomas Mann und Sören Kierkegaard zu identifizieren. Nach gegenseitigen Schmeicheleien – die allerdings für Herrn Mann nicht immer ganz so ausfallen, wie er sie gerne hören würde – ergibt sich aus dem Gespräch, dass Kierkegaard gerne eine Autobiographie verfassen würde und sich dabei gerne von Thomas Mann zur Seite stehen lässt. 

Er erzählt also von seinem Leben, von seiner Kindheit, der Gewissheit, jung zu sterben, von der ersten Liebe und dem abrupten Ende, den Auswirkungen, die dies auf seine Schriftstellerkarriere hatte – kurzum, es ist eine kurzweilige Lektüre, immer wieder aufgelockert durch Kommentare der beiden Spazierenden. Wobei gerade Thomas Mann seine homophile Ader mit viel Verve ausleben darf.


“Der letzte Dandy” ist sicher auch für nicht-Kierkegaard-Kenner wie ja auch mich eine unterhaltsame und informative Lektüre, denn dass die Grundzüge aus dem Lebenslauf stimmen, darauf kann man sich bei Huizing schon verlassen.

Es ist nett zu lesen, bietet viele Bonmots – und hat mich doch deutlich weniger berührt als sein letztes Buch, “Das Buch Ruth”, das keine historischen Persönlichkeiten zum Inhalt hatte und dabei für mich doch nicht weniger philosophisch war.

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