Klaas Huizing – Bruderland

huiVor vielen Jahren las ich das Buch Ruth über eine Zeit, die mir sehr fremd ist und auch weiterhin blieb – aber die Lektüre habe ich als eine der wenigen zu diesem Thema in Erinnerung behalten. Ein paar Jahre darauf folgte “Frau Jette Herz” – ein wirklich toller Roman über die Zeit der großen Berliner Salons. Der Name Huizing hat für mich also einen guten Klang.

Und jetzt? Habe ich das Buch “Bruderland” eigentlich nur bis zum Ende gelesen, weil ich wissen wollte, welchen Tod dieser Moritz denn nun gestorben ist und welchen Anteil Henk daran hat. Man erfährt es wirklich erst auf der letzten Seite, sonst hätte ich vorher abgebrochen.

Denn obwohl auch in diesem Buch zwischendurch schöne, dichte Beschreibungen einer alles andere als heilen Familie enthalten sind, hat mich die Umsetzung der Jetzt-Zeit mit den ganzen Auswirkungen auf Henk, der so bindungsscheu ist und eine Frau nach der anderen wieder von sich weg treibt, so gar nicht überzeugt.

Stark ist das Buch immer dann in den Rückblenden, wenn der Autor ein wirkliches Erzählen zulässt und die Geschichte im Vordergrund steht. Sobald die Personen in der Gegenwart handeln oder gar reden, wird es abgehackt, wirr und auf aufgesetzte Weise “literarisch”. Mich hat das leider gar nicht angesprochen, ja, sogar ausgesprochen verärgert.

Dass zudem dieser von allen so hoch geschätzte Moritz sich seinem kleinen Bruder gegenüber wie der letzte A… verhält und das niemanden, am wenigsten die Eltern, zu kümmern scheint, hat auch nicht zu einer Verbesserung meiner Meinung beigetragen.

Für mich war diese Lektüre ein echter Flop. Schade.

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