Christiane Frohmann (Hrsg) – Tausend Tode schreiben

 

1000Digitale Herausgabe macht es möglich: ein Buch, vier Erscheinungstermine. Egal, wann man es kauft, man erhält den Rest automatisch. Und so sind im ersten Teil der Sammlung von Texten um den Tod erstmal nur 135 Texte enthalten, 1000 sollen es werden.

Neben in der deutschen Literaturszene sehr bekannten Namen (wie David Wagner, Zoe Beck, Clemens Setz) finden sich auch die Texte von Bloggern, Lesern, … ich mag den Verlagstext hier nicht nochmal aufzählen. Nur so viel: es sind durchaus nicht immer die Texte von den “gelernten” Schreibern, die vielleicht ab und an eine Saite bei einem selbst berühren.

Wie wird der Tod in der Gesellschaft wahrgenommen – unter diesem Untertitel könnte man, soweit ich es verstanden habe, diese Textsammlung begreifen. Ich habe jetzt an zwei Abenden die bislang 135 Texte gelesen, die in der ersten Version enthalten sind.

Mein Problem mit diesem Format ist einerseits natürlich die Kürze der Beiträge. Ich mag weder alle hintereinander weg lesen, weil ich mich dann mit dem einzelnen Text nicht wirklich auseinandersetzen kann, zu schnell wird ein Eindruck vom nächsten überlagert. Ich will aber auch nicht über Wochen immer wieder Texte über den Tod lesen. Das ermüdet mich und dominiert dann meine Gedanken zu sehr.

Das ist allerdings keine Aussage über die Qualität der Texte! Mir haben sehr viele davon gut bis sehr gut gefallen. Sofern “gefallen“ in diesem Zusammenhang das richtige Wort ist.

In meiner Wahrnehmungsblase, die zB bei Facebook sehr stark von literaturaffinen Menschen geprägt ist, war denn auch unmittelbar nach Erscheinen die Berichterstattung darüber sehr dominant. Da so viele “Verteiler” selbst an dem Buch beteiligt sind, haben sie natürlich auch darüber berichtet, als es dann rauskam. Mittlerweile interessiert mich fast mehr, wie in einiger Zeit das Echo darauf aussieht, wenn es also beim unbeteiligten Leser ankommt.

Die 2., 3. und 4. Fassung werde ich allerdings aus den oben genannten Gründen eher nicht mehr lesen. Mein Bedarf ist erstmal gesättigt. (und ganz allgemein liegt es mir mehr, wenn ein Thema eine längere Form erhält und mit etwas mehr Tiefe in einem Roman verarbeitet wird.)

 

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