Wolf Haas – Brennerova

brennerovaKann man das wirklich als Krimi bezeichnen? Egal. Es ist mal wieder etwas passiert. Der Brenner hat sich erneut mit seiner Hilde eingelassen, aber ganz unabsichtlich auch Kontakt bei einer russischen Frauenvermittlung gesucht. Und da war diese wunderschöne Frau, Nadeshda, die sich auch noch gewünscht hat, dass er sie besucht, und weil die Hilde sowieso eine bewusstseinserweiternde Wanderung irgendwo am Ende der Welt geplant hatte, fliegt er halt hin, steigt nach ihren genauen Anweisungen um und wird prompt ausgeraubt.

Aber dann schaut sie ihn mit ihren großen Augen an und erzählt von der verschwundenen Schwester, die er jetzt suchen soll, was er, zurück in Wien, dann irgendwie auch anfängt und dabei in Kontakt mit einem REdakteur einer Onlinezeitung und einem Tätowierer kommt, die beide kurz darauf mit abgeschnittenen Händen vorgefunden werden.

Natürlich will er jetzt mehr wissen, und so nimmt eine ausgesprochen verworrene und an den Haaren herbeigezogene Geschichte ihren Lauf. Wobei ich ausdrücklich dazu sagen muss: beim Haas stört mich das an sich nicht, wenn es an den Haaren herbeigezogen ist. Die Krimihandlung bei seinen Büchern war immer schon Nebensache.

Mein Problem war, dass ich auch die kleinen zwischenmenschlichen Beobachtungen und den Wortwitz, der durch die geniale Schilderung von Haas normalerweise so ein Buch trägt, diesmal entweder nicht vorgefunden habe – oder es bei mir einfach nicht mehr wirkt.

Kurzum: Das Ende des Buches ist so gestaltet, dass man eine Fortsetzung eigentlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erwarten kann. Ich wünsche mir trotzdem, der Autor verzichtet darauf.

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