Fjodor Dostojewski – Erniedrigte und Beleidigte

erniedrigteFür mich ist Dostojewski der Vorreiter der ausgeprägten Darstellung von psychischen Verwicklungen in Romanen. “Erniedrigte und Beleidigte” zählt zu seinen frühen Werken, entsprechend hat mir dieses Element darin ein wenig gefehlt.

Ein rechtschaffener Mann, glücklich verheiratet, eine Tochter, wird eines Tages als Verwalter für das Anwesen eines Fürsten bestellt. Er kümmert sich hervorragend darum – und doch wird ihm eines Tages vorgeworfen, er hätte Misswirtschaft betrieben, ja, sich sogar bereichert. Außerdem hätte er versucht, seine Tochter mit dem Sohn des Fürsten zu verbandeln. Nun gibt es tatsächlich eine Annäherung zwischen Tochter und Sohn – doch nicht mit Billigung des Vaters.

Die Kinder reißen aus, ziehen zusammen – ein unerhörter Skandal. Eine Schande vor allem für den Vater des jungen Mädchens, der sich nun mit einer Klage konfrontiert sieht, die ihn ins Armenhaus bringen kann. Der Fürst hingegen manipuliert, wo er nur kann. Und die Tochter? Geht sehenden Auges in ihr Verderben. Denn natürlich weiß sie, dass der Sohn des Fürsten ein verweichlichter Taugenichts ist, der das Glücksspiel und andere Frauen liebt. Er ist nicht treu, nicht zuverlässig, und doch kann sie von ihm nicht lassen.

Ihr zur Seite gestellt ist ein junger Mann, der sie von Herzen liebt und verehrt. Er erzählt uns die Geschehnisse der Handlung auch. Und so haben wir also unser Liebesdreieck, mit allen Komplikationen, mit denen so etwas eben einhergeht. Das ist aus heutiger Sicht für mich oft fürchterlich dick aufgetragen. An die jüngeren, reiferen Werke kommt dieses hier meiner Meinung nach nicht heran.

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