Michele Serra – Die Liegenden (Gli Sdradiati)

wpid-img_20140616_140010.jpgKurze Lesenotiz:

Der Autor Michele Serra, der mit seiner Familie (Frau, Tochter, drei Söhne) in Mailand lebt, ist in Italien vor allem für seine Kolumnen bekannt, die in La Repubblica und L’Espresso erscheinen.

In “Die Liegenden“ schreibt er von einem Vater und dessen achtzehnjährigen Sohn und die Art ihres Zusammenlebens und ihrer Kommunikation (keiner). Dazu spricht ein “ich“ fortwährend den Sohn, das “du“, an. In teils philosophischen, teils maßlos überzeichneten Passagen erzählt es davon, wie schwierig es sich gestaltet, Kontakt zueinander zu finden.

Es gab sehr berührende Passagen darin. Ein Gespräch mit dem Tätowierer des Sohnes zb, der moniert, der Vater würde zu wenig mit dem Sohn sprechen (wie denn, wendet dieser ein, er spricht ja nicht mit mir). Dabei geht es auch darum, was mit all den schönen Tätowierungen geschieht, wenn die junge Haut welk wird. Es würde nichts ausmachen, meint der Sohn. Denn es würde sie ja alle betreffen, die sie jetzt jung sind und ihre Haut als Leinwand benutzen.

Und als bei der Weinlese die Jungen schlafen und sich nicht an der Arbeit beteiligen, meint der Älteste der Männer:
“Eine Welt, in der die Alten arbeiten und die Jungen schlafen, so etwas hat es noch nie gegeben.“

Es sind Sätze wie dieser, die mich dazu gebracht haben, das Buch zu Ende zu lesen und ihm auch etwas abzugewinnen. Denn den größten Teil davon, der den Krieg von Alt gegen Jung in 40 Jahren beschreibt, fand ich ausgesprochen uninteressant.

Ein Gedanke zu “Michele Serra – Die Liegenden (Gli Sdradiati)

  1. Ich kenne das Buch nicht, aber nach einem Buchtipp hört sich diese Lesenotiz nicht gerade an. Da ich gerade in der letzten Zeit viele “Nieten” in meiner Buchauswahl hatte, werde ich mir einen Blick in dieses Buch wohl ersparen.

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