Ulrike Edschmied – Das Verschwinden des Philip S.

psOhne Lesekreis hätte ich nicht zu diesem Buch gegriffen. Warum? Weil mir die 68er und die Radikalität jener Zeit zutiefst fremd ist. Leider schafft es auch Edschmid mit ihrem Roman nicht, die mir näher zu bringen. Es ist die kühle, sehr distanzierte und überwiegend autobiographische Schilderung des Lebens, dass die Autorin mit diesem Phillip S. führte. Von der Erschießung Benno O. beeinflusst, wollen sie die Welt verändern – von Kleinen, der Kindererziehung, angefangen – sie gründen die ersten Kinderladen – bis hin zum Großen, das nur durch Gewalt erreicht worden kann.

Mir hat in diesem Buch vieles gefehlt, was es mir als Wesensfremder leichter gemacht hätte, die innere Wandlung nach zu vollziehen, die zu einer derartigen Gewaltbereitschaft führt. Sp bleibt es ein – oft genug auch verbrämt eitles – Erinnerungsbuch, das mir nichts sagen will. Ich bin auf die Diskussion gespannt…

Ich hatte zudem den Eindruck, nicht unbedingt ein literarisches, sondern eher journalistisches Werk vor mir zu haben.

Und was mich ganz am Rande noch gestört hat: es gibt eine Passage in diesem Buch, da ist die Rede von der Halbschwester des 44. amerikanischen Präsidenten, die Jahre später in dem Haus gewohnt haben soll, in dem ein Teil der Handlung der Erinnerungen hier spielt. Wenn man schon so viel Wert darauf legt, dieses unwichtige Detail mit zu verpacken – warum nennt an es dann nicht wenigstens konkret beim Namen?

Man sieht  – meine Begeisterung ist nicht groß. Ich bin gespannt darauf, ob ich nach unserer Diskussion vielleicht ein anderes Bild davon habe.

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