Chimamanda Ngozi Adichie – Americanah. Vom Reiz des Fremden

americanahVon diesem Buch hat man in der letzten Zeit sehr viel gehört, es wird einem von vielen Seiten empfohlen oder gar ganz nachdrücklich ans Herz gelegt. Eines kann ich an dieser Stelle gleich verraten: meine Empfehlung fällt nicht ganz so eindeutig aus.

Worum geht es? In aller Kürze: Ifemelu und Obinze kennen sich während ihrer Sekundarschulzeit in Lagos kennen und beliebten sich ineinander. Während Obinze mit aller Kraft den Traum nachhängt, eines Tages in die USA zu gehen, ist Ifemelu indifferenter. Doch die Chance, dann tatsächlich zu gehen, bitte sich ihr und nicht ihm.

Amerika erweist sich aber gerade zu Beginn hat nicht als das so gelobte Land, auf das sie so aufgeblickt hatten. Sie hat keinen Job, keine Arbeitserlaubnis, macht einige sehr unangenehme Erfahrungen. Aber vor allem, und das wird ihr erst so richtig klar, als ihre Umstände sich verbessern, wird sie hier erstmals so richtig damit konfrontiert, das sie schwarz ist.

Die Beziehung zu einem reichen weißen Mann ebnet ihr viele Wege, doch als die Liebesgeschichte ein Ende findet, beginnt die einen Blog über die Diskriminierung von Schwarzen in den USA zu schreiben und ist damit rasch sehr erfolgreich.

In der Zwischenzeit versucht Obinze in England sein Glück, da er kein Visa für die USA erhält, doch noch bevor er eine Scheinehe eingehen kann, um die nötigen Papiere zu erhalten, wird er abgeschoben. Zurück in Lagos trifft er auf einen einflussreichen Mann, mit dessen Hilfe er den Aufstieg schafft und sehr reich wird.

Ifemelu beschließt, nach Nigeria zurück zu kommen. Und der lange unterbrochene Kontakt zwischen den Beiden flammt wieder auf… Weiterlesen

Banana Yoshimoto – Der See (Mizuumi)

YoshimotoSeeAuch wenn ich fast alle Bücher von Banana Yoshimoto gelesen habe: ich bin nicht in der Lage, auch nur den Inhalt eines davon komplett wieder zu geben. Und auch die Story dieses Romans wird vermutlich bald der Vergessenheit anheim fallen. Und doch stimmt mich das nicht traurig, noch spricht es gegen das Buch. Was für mich von Yoshimotos Büchern immer übrig bleibt, ist ein Gefühl. Und in dieser Hinsicht könnte das vorliegende Buch, das in Japan schon 2005 erschienen ist, neben “Tsugumi“ und “N.P.“ zu einem meiner Lieblingsbücher dieser Autorin avancieren. Weiterlesen

Teju Cole – Open City

leserunde_coleMittlerweile ist es schon wieder ein paar Tage her, seit unsere Leserunde sich getroffen hat, um über Teju Cole – Open City zu sprechen.

Es gab ein paar Absagen, die vermutlich auch darin begründet lagen, dass das Buch nicht oder nur unvollständig gelesen wurde – von den Anwesenden gab es nur einen, der nach 150 Seiten der Langeweile entnervt aufgegeben hatte.

Insgesamt kam das Buch aber ganz gut weg. Wir haben uns lange über die Distanz unterhalten, die der Autor / Ich-Erzähler in diesem Buch sowohl in uns Lesern erzeugt hat (keiner ist ihm nahe gekommen), als auch darüber, wie distanziert er allem, was ihn betrifft, auch selbst gegenübersteht.

Als Roman empfand ihn eigentlich niemand als so richtig gelungen. Dazu fehlte ein innerer Faden, eine Entwicklung, ein wenig Anteilnahme. Aber im Laufe des Gesprächs kamen wir darauf zu sprechen, dass Cole seinen Roman wie eine Fuge angelegt hat – das Thema der Vögel, die an der Freiheitsstatue sterben, nimmt er am Ende wieder auf, dazwischen werden viele einzelne Motive in den Text einfach hineingewoben. Weiterlesen

Goodreads

goodreadsNach langem Zögern und Zaudern habe ich mich jetzt auch dazu entschlossen, mir einen Goodreads-Account zuzulegen. Für mich ist es in mancher Hinsicht einfach praktisch, mein “Gelesenes” da zu verwalten, weil es meinem Statistik-Wahn entgegenkommt.

Ich glaube schon, dass man mit Goodreads noch eine Menge mehr Spaß haben könnte. Aber dazu braucht man Freunde, die ich auf dieser Plattform bislang noch kaum habe.

Daher: liebe LeserInnen und Leser dieses Blogs, falls ihr zufällig auch bei Goodreads seid, dann fügt mich doch als Freund hinzu. Ich würde mich freuen!

https://www.goodreads.com/user/show/31734079-leselust-leselust

Danke,
Daniela

PS: Ich plane übrigens nicht, alle meine gelesenen Bücher dort nachzutragen ;-)

 

Immer noch Open City. Und Zweifel. Lieber doch Knausgard?

diversesIch habe noch bis nächsten Donnerstag Zeit, um meine offene Stadt zu Ende zu lesen. Das sollte kein Problem sein, 80 % habe ich bereits gelesen – und dass ich (für meine Begriffe) so langsam vorankomme, liegt nicht daran, dass es so schwer zu lesen wäre.

Es fesselt mich schlicht nicht genug. Dabei könnte ich nicht sagen, dass es mir missfällt. Im Gegenteil. Ich finde manche seiner Beobachtungen richtig schön; der junge Mann, der dem Obdachlosen die Zehennägel schneidet, das ist zum Beispiel so ein Bild, das sich richtig festsetzt, so wie er es beschrieben hat.

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Teju Cole – Open City. Leserundenlektüre, mittendrin

coleIch bin ein wenig ratlos. Ich habe mittlerweile etwa die Hälfte des hoch gelobten Romans von Teju Cole gelesen und bin mir unschlüssig, wie ich meine eigenen Leseeindrücke dazu einordnen soll.

Es ist ein Roman, der mir sehr fern bleibt. Und das liegt nicht unbedingt an den Themen, die er anschneidet. Ich mag New York, lese gerne darüber, bin auch an Geschichten über das Leben nach 9/11 interessiert. Psychologie – ebenfalls eines der Themen, die mich reizen. Stadtspaziergänge, etwas entdecken, flanieren… ja, doch, das mag ich. Eigentlich.

Und ich mag es auch an Cole, es sind viele kleine Episoden, die mich durchaus interessieren und die mir auch sprachlich gefallen. Aber immer dann, wenn ich gerade dabei bin, mich für eines seiner Themen zu erwärmen, ist es schon wieder vorbei, und er geht weiter zum nächsten. Weiterlesen