Ich will meinen Zweifel nicht hergeben!

lczweifelManchmal wünschte ich mir, ein paar meiner Freunde hätten das Sagen und könnten Sendungen wie zB den LITERATURCLUB im Schweizer Fernsehen (meine liebste Literatursendung) mitgestalten.  Gerade hat einer dieser Freunde mir die Mail mit einem Link zu einem Artikel im Tagesanzeiger gesandt, aus der hervorgeht, dass Stefan Zweifel als Chef der Kritikerrunde des Literaturclubs abgesetzt werden soll. Hallo? Weitere Links: in der NZZ weiß man, dass es etwas mit der Auseinandersetzung zu tun hat, die er mit Elke Heidenreich in der Sendung vom 22.4. hatte. Zweifel wünschte eine Klarstellung vom Sender – stattdessen hat man ihm den Vorsitz weggenommen.

Wie ausgesprochen schade. In der Gerüchteküche heißt es schon, nun werde vielleicht Elke Heidenreich erneut den Vorsitz übernehmen – nichts (mehr) gegen Elke Heidenreich, aber wer sie mit Stefan Zweifel vergleicht, weiß doch wohl, wer hier eigentlich lieber gehen sollte? Ach ja, man hat ihm wohl angeboten, als ständiger Kritiker zu bleiben… dann vielleicht mit Elke als Chefin? Na, das würde ja heiter enden. Uns Elke schneidet doch jedem das Wort ab.

Und vermisst außer mir eigentlich niemand die zweite Dame der Runde? Was ist aus Hildegard Keller geworden? Seit dem Oktober war sie meines Wissens nicht mehr dabei, und es ist kein Wort darüber gefallen, warum und wieso.

Ich fürchte momentan einfach, dass nun auch noch die letzte gute Literatursendung baden geht. Und das fände ich ausgesprochen schade…

7 Gedanken zu “Ich will meinen Zweifel nicht hergeben!

  1. das finde ich sehr schade. der sender sollte versuchen stefan zweifel zu halten und sich lieber von frau heidenreich trennen. auch wenn ich ihren ausbruch betreffend lewitscharoff verstehe – stefan zweifel ist in sachen literaturkritik einfach ein anderes kaliber! schade um stefan zweifel und schade für uns literaturclub-fans!

  2. Im Zweifel immer lieber Zweifel als die ewige Elke…ich empfinde diese Entscheidung, sollte sie wirklich in Kraft treten, als sehr, sehr schade. Auch im Sinne der Meinungsvielfalt der Literaturkritik.

  3. Zunächst einmal vielen Dank für den Artikel durch den ich erst auf den Skandal und die Literatursendung aufmerksam wurde, ich habe auch keinen Fernseher, schaue mich jetzt durch die Sendungen und denke, die zwei, Elke Heidenreich und Stefan Zweifel können nicht miteinander und tragen einen Machtkampf aus. Aber vielleicht sollten sie die Sendung gemeinsam machen, sie die derbe, deftige, die sich nicht scheut auch Mal Frau Lewitscharoff zu beschimpfen, die für den “bösen Amazon” , die Selbstmörder und die neuen Geburtsmethoden auch sehr deftige Worte zu verwenden, er der feinsinnige Intellektuelle, wie ich immer lese. Eine Seite würde fehlen, wenn es beide gemeinsam machen und keiner der Chef ist und zu bestimmen hat, hätten die Leser wahrscheinlich ein tolles Literaturpanorama und wo ich ein bißchen staunte, war der sehr schüchtern geäußerte Satz “Aber das steht doch nicht darin” und dann wieder eine sehr heftige Reaktion, ein Herunterschmeißen, was aber schon vorher auch so war, das soll das ausgelöst haben? dann war es wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergerges.
    Den Krimi habe ich nicht gelesen, denke aber auch, daß er wahrscheinlich eher ein Antikrimi ist und egal, was man von Frau Lewitscharoff hält, diese Beschimpfung war mir zu wüst und wenn ich an diese Rezensionsdebatte denke, die da derzeit über die Blogger geführt wird, denke ich, daß die sich zum Glück im allgemeinen einer eher korrekteren Sprache bedienen und das finde ich sehr fein!

  4. Danke euch allen für eure Antworten.
    Ja, ich bin auch nach wie vor traurig und auch ein wenig wütend darüber, dass man wirklich glaubt, mit einer Frau Heidenreich Quote machen zu können, und dafür die Qualität der Sendung den Bach runter gehen lässt.

    Bruna hat ja gerade den Artikel über die nächste Sendung gepostet:
    http://www.srf.ch/sendungen/literaturclub/ngozi-adichie-espedal-gospodinov-und-remarque
    Da ist Rainer Moritz, der schon zu Beginn dieser Runde für Rüdiger Safranski eingesprungen war, als Moderator zu sehen. Ich sehe ihn gerne. Habe es bedauert, dass Safranski wieder für ihn übernommen hat, ich hätte ihn auf diesem Platz gerne weiter gesehen.
    Aber dass nun Frau Heidenreich bleibt und Zweifel nicht mehr da ist, finde ich ausgesprochen schade. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der Sendung noch nicht mal angesprochen werden wird.
    Aber wie immer: tun kann man nichts… ich habe allerdings zumindest eine Beschwerdemail an den Sender geschrieben. Ich weiß, es wird nicht einmal NICHTS bewirken. Aber da es alles ist, was ich tun kann, tue ich es.
    Vielleicht hat ja sonst noch jemand Lust, sich dort Luft zu machen:
    srf@srf.ch

    Liebe Grüße,
    Daniela

    PS: Eva, was ist denn eigentlich ein “Antikrimi”? Ich muss zugeben, dass ich das Prinzip noch nicht verstanden habe. Falls es, wie ich glaube, eine ironische Anspielung auf das Genre sein soll, oder das Genre in sich ein wenig parodiert werden sollte: nun, auch das ist Frau Lewitscharoff in keiner Weise gelungen.

  5. Wahrscheinlich das, was heauskommt, wenn Literaten, die sich sonst einem anderen Genre beidienen, einen Krimi schreiben, etwas was von vornherein schon “darübersteht”, weil es nicht das wirkliche, das echte, das richtige Genre ist.
    Ich habe, wie schon geschrieben, das Buch nicht gelesen, würde es aber gern und freue mich, wenn ich es mal finden sollte und lese ansonst auch die “richtigen” Krimis, die gar nicht mehr als unterhalten und Spannung bieten wollen und auf das Genre nicht hinunterblicken, sehr gern und sehr oft.

  6. Hallo Eva,
    ja, das ist die Frage – steht das Buch eines Autors, der sonst in einem anderen Genre arbeitet, automatisch “drüber”? Für mich eigentlich nicht. Und nach ihren Aussagen hatte ich auch nicht den Eindruck, als wollte sie sich drüber lustig machen.Sie hat es versucht und ist (in meinen Augen) gescheitert. Weil ihrem Krimi alles das fehlt, was einen guten Krimi ausmacht. Antikrimi wäre es für mich, wenn sie die Stilmittel des Genres parodieren wollte. Aber mit diesen Begrifflichkeiten bin ich leider auch nicht vertraut genug, um wirklich damit um mich schmeißen zu können. Manchmal wäre so ein Germanistikstudium schon was Feines…

    LG, Daniela

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