Von Bestsellerlisten und Lesekreisen. Und dazu: Buchcover.

privatwegSeit etwas über 15 Jahren gehöre ich zwei Lesekreisen an. Wie die damals entstanden sind, habe ich ja schon mal erzählt – ich hatte eine Anzeige in die Stadtzeitung gesetzt, um Gleichgesinnte zu finden, und gehofft, es würden sich vielleicht 3 oder 4 Interessierte finden. Ich habe damals über 30 Mails erhalten, deswegen sind gleich zwei Lesekreise daraus geworden, die sich mit der einen oder anderen Veränderung jetzt eben schon eine ganze Weile sehr regelmäßig treffen. Mit ein Effekt solcher Lesekreise ist es, dass man immer wieder Bücher liest, die man selbst nicht gewählt hätte. Das kann sehr bereichernd sein, weil man eben über den Tellerrand hinausliest. Aber auch ermüdend und nervend, wenn man sich durch die Bücher immer wieder durchquält. An sich bin ich ein sehr pflichtbewusstes Lesegruppenmitglied. Auch wenn ich, seit die Kinder da sind, nicht mehr so regelmäßig kommen kann, weil es eben immer wieder auch an einem Babysitter mangelt, die allermeisten Bücher habe ich trotzdem gelesen. Nur in letzter Zeit, mit meiner Leseunlust, ist das keine gute Kombination. Ich streite mich ja nach wie vor gerne über Bücher, aber ich mag nicht immer die sein, der alles nicht gefällt. Oder die, im schlimmsten Fall, so wie jetzt, das Buch gar nicht gelesen hat… Was macht ihr anderen Lesekreiserfahrenen denn in so einer Situation? Länger aussetzen? Trotzdem kommen?

Ich hatte ja zuletzt schon erzählt, dass ich im Moment meinen Buchstabenhunger eher mit dem stille, was so von Autoren selbst veröffentlicht wird. Etliches davon ist ja gratis, weil die Autoren irgendwie auf sich aufmerksam machen wollen. Wenn man sich die Best”seller”liste der Bücher, die auf Amazon gratis “verkauft” werden aber so ansieht, wundert man sich glaube ich noch mehr, was da an der Spitze zu finden ist. Ich mag dazu gar nicht mehr sagen – aber guckt sie euch doch einfach mal ein paar Tage lang an…

Was mir dabei vor allem auch auffällt, sind die Buchcover. Klar, selbstverlegt, selbst gestaltet… aber da merke ich auch wieder, wie verwöhnt ich doch von den schön gestalteten Covern bin.

Und weil ich jeden Tag an Knausgards Spielen vorbeigehe, das nächste Buch im Juni fällig ist, und ich mich unter anderem eben auch am schönen Cover des Buchs erfreue, gibt es Hoffnung, dass ich irgendwann doch noch zu den Büchern zurückfinde, von denen hier sonst so zu lesen war.

Ach ja, kleiner Nachtrag: was ich gerade lese? Den dritten Teil der Krimiserie von Oliver Tidy. Gefällt mir immer noch. Klare Steigerung zum ersten Buch. Und nebenbei lese ich von Elizabeth Gaskell in “Cranford” über eine Stadt, aus der die Männer immer ganz schnell wieder verschwinden. Davon gönne ich mir immer mal wieder ein oder zwei Seiten, das wird mich also noch länger begleiten. Ich freu mich einfach an der schönen altmodischen Sprache, denn Handlung ist kaum zu finden.

Ein Gedanke zu “Von Bestsellerlisten und Lesekreisen. Und dazu: Buchcover.

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