Ich will meinen Zweifel nicht hergeben!

lczweifelManchmal wünschte ich mir, ein paar meiner Freunde hätten das Sagen und könnten Sendungen wie zB den LITERATURCLUB im Schweizer Fernsehen (meine liebste Literatursendung) mitgestalten.  Gerade hat einer dieser Freunde mir die Mail mit einem Link zu einem Artikel im Tagesanzeiger gesandt, aus der hervorgeht, dass Stefan Zweifel als Chef der Kritikerrunde des Literaturclubs abgesetzt werden soll. Hallo? Weitere Links: in der NZZ weiß man, dass es etwas mit der Auseinandersetzung zu tun hat, die er mit Elke Heidenreich in der Sendung vom 22.4. hatte. Zweifel wünschte eine Klarstellung vom Sender – stattdessen hat man ihm den Vorsitz weggenommen. Weiterlesen

Elizabeth Gaskell – Half a Life-Time Ago (Vor einem halben Leben)

lifetimeIch hatte es ja schon einige Male erwähnt – ich lese mich gerade ganz langsam durch die Erzählungen von Elizabeth Gaskell. Da von dieser Autorin nur sehr wenig auf Deutsch erschienen ist, nutze ich das Angebot der Gratis-Klassiker. Neben den anrührenden Geschichten fängt sie mich auch immer wieder ein mit ihrer Sprache.

Diese Erzählung hier, die knapp 90 Seiten umfasst, beginnt mit der Schilderung eines höchst malerischen kleinen Hauses, das so einladend auf alle wirkt, die daran vorbeigehen und seine Geschichte nicht kennen. Doch wer näher kommt, etwas Gastfreundschaft genießen möchte, sieht sich bald der Hausherrin, Susan Dixon gegenüber, einer geizigen, kalten, alten Frau. (Achtung, Fortsetzung enthält Spoiler). Weiterlesen

Sibylle Lewitscharoff – Killmousky. Krimi (Versuch)

killmouskyNachdem dieser “Krimi” ja aktuell in allen namhaften Literatursendungen des deutschen Fernsehens Thema war (was ein ganz anderer Skandal ist, diese Häufung immer..) wollte ich schon über Lewitscharoff und ihren Krimi lospoltern. Sie hat sich bei mir mit ihrer Dresdner Rede nicht unbedingt beliebt gemacht. Und die Reaktionen, die auf diesen Katzenkrimi kamen, waren auch nicht gerade freundlich. Aber dann… wollte ich doch wenigstens wissen, worüber ich meckere, und habe das Buch gelesen. Eins gleich vorweg: das ist kein großer Aufwand. In drei Stunden ist man damit durch. Locker.

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Binge-Watching: Literatursendungen / Lewitscharoff

literatursendungenIch sehe kaum fern. Also zumindest kaum dann, wenn etwas gerade ausgestrahlt wird. Dank Festplattenrekordert wird alles aufgezeichnet, und wenn ich dann mal Lust habe, auch angesehen. Das kann dann dazu führen, dass ich, wie an diesem Wochenende, mal so richtig aus dem vollen schöpfe und sämtliche Hausarbeit nur mit Literatursendungen verbracht werden.

Da im Schweizer Literaturclub (aktuell in meinen Augen die beste Literatursendung im TV) in der Ausgabe vom 22. April das neue Buch von Sibylle Lewitscharoff “Killmousky” besprochen wurde und ich schon nach ihrer Dresdner Rede knapp davor war, hier darüber zu schreiben, war ich sehr gespannt, wie die illustre Kritikerrunde darauf reagiert. Weiterlesen

Christian Kracht – Imperium. Lese- und Lesegruppeneindrücke

2014-05-15 21.00.10Berge an Chips und Rotwein waren nötig, um über dieses Buch von Christian Kracht zu streiten, das auch in unserem kleinen Kreis einen erregten Austausch hervorrief.

Worum es bei Kracht geht, ist ja hinreichend bekannt. Ein junger Mann, den es tatsächlich gab, namens August Engelhardt, sucht sein Heil in der Kokosnuss. Da gleich zu Beginn eine Anspielung auf “einen anderen Vegetarier, der besser bei seinen künstlerischen Ambitionen geblieben wäre” gemacht wurde, gab es einen schönen Aufhänger, um Kracht in die rechte Ecke zu stellen (Link zum Spiegel-Artikel). Weiterlesen

Von Bestsellerlisten und Lesekreisen. Und dazu: Buchcover.

privatwegSeit etwas über 15 Jahren gehöre ich zwei Lesekreisen an. Wie die damals entstanden sind, habe ich ja schon mal erzählt – ich hatte eine Anzeige in die Stadtzeitung gesetzt, um Gleichgesinnte zu finden, und gehofft, es würden sich vielleicht 3 oder 4 Interessierte finden. Ich habe damals über 30 Mails erhalten, deswegen sind gleich zwei Lesekreise daraus geworden, die sich mit der einen oder anderen Veränderung jetzt eben schon eine ganze Weile sehr regelmäßig treffen. Mit ein Effekt solcher Lesekreise ist es, dass man immer wieder Bücher liest, die man selbst nicht gewählt hätte. Das kann sehr bereichernd sein, weil man eben über den Tellerrand hinausliest. Aber auch ermüdend und nervend, wenn man sich durch die Bücher immer wieder durchquält. An sich bin ich ein sehr pflichtbewusstes Lesegruppenmitglied. Auch wenn ich, seit die Kinder da sind, nicht mehr so regelmäßig kommen kann, weil es eben immer wieder auch an einem Babysitter mangelt, die allermeisten Bücher habe ich trotzdem gelesen. Nur in letzter Zeit, mit meiner Leseunlust, ist das keine gute Kombination. Ich streite mich ja nach wie vor gerne über Bücher, aber ich mag nicht immer die sein, der alles nicht gefällt. Oder die, im schlimmsten Fall, so wie jetzt, das Buch gar nicht gelesen hat… Was macht ihr anderen Lesekreiserfahrenen denn in so einer Situation? Länger aussetzen? Trotzdem kommen? Weiterlesen

Dann erzähl doch wenigstens mal wieder, was du liest

RopeEnoughSo ähnlich habe ich es heute in einem Beitrag bei Facebook gelesen. “Es muss ja nicht immer gleich eine ganz lange Kritik sein”.

Nun – dann erzähl ich eben. Ganz kurz nur. Ich habe immer noch ein Sättigungsgefühl, was die meisten Bücher angeht. Krimis (und die ganz alten Sachen) gehen aber immer noch.

Wie ich ja zuletzt schon angemerkt habe, lese ich mich durch Krimis, die NICHT duch ein Lektorat durchgelaufen sind, die keinen Verlag haben, deren Autoren selbst veröffentlichen. Sehr viele Bücher davon, ich gebe es zu, lese ich nur an. Aber ich finde auch immer wieder welche, die mir gefallen.

Dieser hier zum Beispiel. Der Autor stammt aus England und lebt jetzt in der Türkei, und dies war das erste Buch, das er veröffentlicht hat. Mittlerweile steht er bei Nr. 7, wenn ich das richtig gezählt habe. Und ich werde sie wohl so Stück für Stück jetzt alle lesen. Weiterlesen