Ich bin ein Serienjunkie

serienjunkieFür Menschen wie mich, die Bücher für einen selbstverständlichen Teil ihres Lebens erachten, ist es immer ein wenig befremdlich, wenn plötzlich die Lust auf neue Leseerlebnisse einfach so – erlischt. So ging bzw. geht es mir nun seit Mitte November 2013; ich lese kaum noch (nun gut, wenn ich mir die Liste mit den gelesenen Büchern 2014 ansehe und merke, dass da doch schon 15 Titel aufgelistet sind, ist “kaum noch” vielleicht doch eine sehr subjektive Wahrnehmung….) – und das, was ich lese, sind überwiegend Krimis.

Und zwar nicht irgendwelche Krimis – sondern Teile von Krimireihen. Bücher also, deren Hauptpersonen ich bereits seit einigen Titeln kenne, die mir vertraut sind… auch wenn ich mit so mancher Reihe eigentlich gar nicht sonderlich zufrieden war (siehe die hochgelobten Hjorth/Rosenfeldt-Krimis, die mich nicht sonderlich begeisterten). Aber trotzdem greife ich gerade eher zu so einem Titel als zu einem der vielen Bücher, die sich noch auf meinem SUB befinden und eigentlich eine Menge Lesevergnügen versprechen. Und ich frage mich, warum das so ist…

Ein wenig spielt sicher die Angst vor Enttäuschung mit hinein. Wenn ich von vornherein nur ein mittelmäßiges Buch lese, wird mich die Entdeckung der MIttelmäßigkeit nicht enttäuschen. Aber es ist auch noch ein wenig mehr – das Gefühl, einem “guten” Buch zur Zeit vielleicht durch meine Grundstimmung gar nicht gerecht zu werden.

Und der letzte Punkt: es ist so schön, in Vertrautes zurückzukehren. Das merke ich nicht nur bei den Büchern zur Zeit, sondern auch, wenn ich den Fernseher anschalte. Filme? Gibt es gerade sehr wenige, die mich locken. Aber Serien mag ich durchaus, auch wenn ich weiß, wie eifnach gestrickt die meisten Muster darin sind…

Wie geht ihr denn mit so langen Unlust-Phasen um? Welche Bücher holen euch am ehesten wieder daraus hervor? Das würde mich wirklich interessieren!

5 Gedanken zu “Ich bin ein Serienjunkie

  1. Daniela, ich greife bei Leseunlust auch oft zu Krimis (Serien), oft aber auch zu Biografien, Tagebüchern oder Briefen meiner bevorzugten SchriftstellerInnen. Derzeit habe ich ein etwas anstrengendes Buch (‘Die Schlafwandler’) in arbeit und da brauch ich zwischendurch immer wieder etwas anderes. Für mich ist auch Thomas Bernhard ein Schriftsteller, der mich gut aus der Leseunlust herausholen kann. Ganz einfach weil ich seine ‘Ton’ mag. Sobald ich einige Sätze von ihm lese, hab ich sofort seine Sprach, seine Art zu reden im Kopf – und das mag ich.

    Filmserien mag ich auch gerne. Oft greife ich auch zu alten DVDs (z.b. Jane Austen, die Poirot-Collection … *g*) um meine Leseunlust zu überbrücken.

  2. Hallo Daniela, Du hast es schön gesagt, “es ist so schön, in Vertrautes zurückzukehren”.
    Manchmal befindet man sich in Lebensphasen, seien sie nun kurz oder lang, in denen man dieses braucht. (Huch, jetzt höre ich mich fast schon an wie der Eso-, Du weißt schon wer.)
    Ich hatte bisher in meinem Leben eine schwere Hanni und Nanni-Phase, okay, das liegt schon gaaanz laaang zurück. Eine Harry-Potter-Serie half mir über Zahnprobleme. Donna Leons harmlos Krimis linderten akute Nostalgie und vor kurzem erlag ich der Big-Bang-Theory.
    Du bist also nicht alleine, das wird schon wieder.
    Lese doch einfach ein gutes Buch. ;)

  3. Das habt ihr alle Beide sehr schön gesagt ;-) Ich habe heute ohnehin so einen Nostalgie-Flash, da passt das besonders gut!
    Und ja, schön langsam habe ich das Gefühl, tatsächlich zu den guten Büchern zurückzukehren. Und nebenbei noch ein wenig in meinen vertrauten Serien zu verbleiben…

    Liebe Grüße und vielen lieben Dank Euch,
    Daniela

  4. Hallo Daniela,

    ich suche in Köln einen Lesekreis. Lese von klein auf leidenschaftlich gerne, aber alleine. Vielleicht hast du ja eine Idee.

    Beste Grüße
    Anne

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