Christine Nöstlinger – Fußballgeschichten vom Franz

Noestlinger+Fussballgeschichten-vom-FranzChristine Nöstlinger kenne ich schon aus meiner eigenen Kindheit. Meine erste Begegnung hatte ich mit dem Dschi Dschei Wischer, der morgens im Radio seinen Auftritt hatte – der Gurkenkönig, Konrad aus der Konservenbüchse, sie alle kamen hinterher. Den Franz allerdings habe ich dann erst ein paar Jahre später kennen gelernt, als ich dem kleinen Nachbarsmädchen manchmal vorgelesen habe – und diese Liebe ist mir geblieben.

Sie kennen den Franz noch nicht? Der Franz ist ein  Wiener Junge, recht klein für sein Alter, mit einem blonden Lockenkopf, einer Stupsnase und strahlend blauen Augen, der aufgrund seines Aussehens zu seinem Ärger oft für ein Mädchen gehalten wird. Dass er immer dann, wenn er sich ärgert, eine hohe piepsige Stimme bekommt, hilft da natürlich nicht unbedingt…

Der Franz hat zwei beste Freunde – den dicken Eberhard, der in der Schule neben ihm sitzt, und die Gabi. Die Gabi liebt er. Zu ihr geht er nach der Schule, denn sie wohnt in der Wohnung nebenan.

Und in den Fußballgeschichten, von denen hier die Rede sein soll, geht es auch ganz viel um Gabi. Die Jungs aus seiner Klasse lassen den Franz seit einiger Zeit nicht mehr in ihrer Mannschaft mitspielen – seit er von einem höllisch scharfen Ball getroffen wurde und ohnmächtig wurde. Er wäre halt zu schwach, wird ihm vorgeworfen. Dass er eigentlich richtig gut Fußball spielen kann zählt dann schon nicht mehr.

Jetzt hat auch die Gabi mit ihren Freundinnen begonnen Fußball zu spielen. Den FC Girls haben sie gegründet. Und weil ihnen eine Spielerin fehlt, wird er kurzerhand rekrutiert. Das geht solange gut, bis die Mädels gegen die Jungs in einem Spiel antreten wollen – denn in einer Mädchenmannschaft will der Franz eigentlich nicht gesehen werden, wo er doch eh immer für eines gehalten wird…

Die Geschichten vom Franz (es gibt eine ganze Reihe davon, Schulgeschichten, Freundschaftsgesichten, Pferdegschichten, usw) haben, davor sollte man vielleicht im Vorfeld ein wenig warnen, durchaus eine etwas derbe Sprache manchmal. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen, und ein “Depp” ist man da schon schnell mal. Ich gebe es zu, bei manchen Geschichten (gerade bei den frühen) mildere ich den Text beim Vorlesen schon mal ab.

Aber ansonsten sind es sehr schöne, alltägliche Geschichten davon, wie man mit der Gefahr von Kränkungen umgeht (die Verwechslung mit einem Mädchen), wie man sich seinen Freunden gegenüber loyal verhält, aber auch mit ihnen streitet und sich dann wieder verträgt. Es sind auch Geschichten über Eifersüchteleien zwischen Geschwistern, über Streiche, die Kinder den Erwachsenen spielen, über unfreiwillige Komik. Eine unserer Lieblingsgeschichten handelt von einem wunderbaren Blumenhut, den der kleine Franz seiner Mutter aus Resten bastelt und zum Muttertag schenkt, und von dem er natürlich erwartet, dass die Mutter ihn an ihrem Ehrentag spazieren trägt…

Man “hört” den wienerischen Einschlag in der Sprache sehr. Ich mag das, es gehört für mich mit zum Charme dieser Bücher.

Einige der Franz-Geschichten gibt es auch als Hörbuch, und die Empfehlung kann ich darauf ausweiten.

 

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