Leon de Winter – Ein gutes Herz (VSV of daden van onbaatzuchtigheid)

deWinterHerzIch musste meine Lektüre dieses Buches schon nach kurzer Zeit unterbrechen. Da taucht Leon de Winter nämlich selbst als Akteur seiner Geschichte auf – und er ist gerade frisch geschieden von Jessica Durlacher. Da er sich ansonsten recht realistisch gezeichnet hatte, war ich natürlich neugierig, ob das Dreamteam unter den Schriftstellern nun auch in Wirklichkeit getrennte Wege geht… aber da kann ich die LeserInnen beruhigen: dem ist nicht so.

Leon de Winter lernt hier im Buch dann auch bald nach der Trennung eine Frau kennen und lieben, die mit ihrem Sohn zusammenlebt. Fast gegen ihren Willen lässt Sonja de Winter in ihr Leben; sie achtet ansonsten sehr darauf, frei und ungebunden zu sein, um ihre Zelte jederzeit wieder abbrechen  zu können.

Warum? Das sollte für de Winter noch eine Weile ein Rätsel bleiben. Doch es hatte mit dem leiblichen Vater von Sonjas Sohn zu tun… der war in Amsterdam nicht unbedingt für seine weiße Weste bekannt…

Von diesem Mann, Max, handelt in weitestem Sinne der  zweite Handlungsstrang. Denn Max hat gerade ein neues Herz erhalten – und dieses Herz verändert ihn.Zur Seite gestellt wird ihm, und das gibt dem Roman eine zwar sehr unrealistische, aber dafür umso unterhaltsamere Wendung: Theo van Gogh. Ja, genau, DEN Theo van Gogh, der 2004 in Amsterdam ermordet wurde. Und den davor mit Leon de Winter eine allseits bekannte Feindschaft verbunden hatte. Ebendieser Theo wird nun zum Schutzengel ernannt, der Max zur Seite stehen soll.

Es ist ein vergnüglicher, sehr unterhaltsamer Roman, der vor (unwahrscheinlichen) Schicksalsschlägen nur so strotzt. Entführungen, Mord, Terror, Fußball, Einwanderer… alles das spielt eine Rolle, und ist immer wieder sehr konkret mit den aktuellen politischen Gegebenheiten verknüpft.

Nachdem ich zuletzt mit Leon de Winters Romanen nicht ganz so glücklich war, hat dieser mich wieder sehr gut unterhalten. Es wirkte auf mich, als hätte der Autor selbst einfach durchgängig gute Laune gehabt, und sich diebisch darüber gefreut, Theo van Gogh nochmal zum Leben zu erwecken. Es ist viel Selbstironie in diesem Roman zu finden, und das macht Spaß zu lesen. Kein Buch, das man gelesen haben muss, oder von dem man neue Erkenntnisse zu was auch immer erwarten kann. Aber beste Unterhaltung ist garantiert!

2 Gedanken zu “Leon de Winter – Ein gutes Herz (VSV of daden van onbaatzuchtigheid)

    • Ich habe mich durch das Buch zwar sehr gut unterhalten gefühlt, aber es ist sicher kein Must-Read, wie ich andere Bücher von ihm empfunden hatte. Allerdings finde ich, dass der Einstieg noch etwas absurder erscheint, danach wird es wesentlich interessanter. Aber solange es noch so viele andere ungelesene Schätze zu entdecken gilt, sollte man sich nicht auf Bücher versteifen, die einen schon von Beginn an nicht interessieren, da gebe ich dir recht!
      LG, Daniela

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