Deutscher Buchpreis 2013 kann leider nicht vergeben werden

shortlist… also zumindest, wenn man meine ganz subjektiven Leseerfahrungen mit den Shortlisttiteln zu Grunde legen würde.

Womit ich nicht sagen will, dass keiner der Titel preiswürdig sei. Oder alle gelisteten Titel von minderwertiger Qualität. Das trifft alles nicht zu. Ich habe fünf der Shortlisttitel gelesen, Herrn Jirgl habe ich von vornherein ausgespart, weil klar war: er und ich, das geht nicht zusammen. Weiterlesen

Susanne Fröhlich – Frisch gepresst

Ich lese ab und an ganz gerne Chicklit. Bücher, die von Frauenproblem(chen) handeln, von Beziehungen, Beziehungsanbahnungen, Kindern, Babykram – leichte Lektüre, so, wie man ab und an auch Zuckerwatte konsumiert.

Wieso Susanne Fröhlich mit diesem Buch allerdings so bekannt wurde, warum dieses Buch sogar verfilmt wurde, hat sich mir nach der Lektüre beim besten Willen nicht erschlossen. Sprachlich platt, die Witzchen auf einem Niveau, das mich leider nicht zum Lachen oder Schmunzeln verleitet – kurzum: ein Flop.

René Goscinny & Jean-Jacques Sempé – Der kleine Nick (Histoires inédites du Petit Nicolas)

nickHier ist eine der wenigen Gelegenheiten für mich, meine Eindrücke vor und nach den Kindern zu vergleichen. 2005 habe ich über diese Erzählungen eine Rezension verfasst; heute kann ich zumindest beurteilen, wie sie auf meine Kinder (3 und 5 Jahre) wirken. Und eines kann ich gleich vorweg sagen: die 40 Jahre, die diese Geschichten schon alt sind, tun ihrer Faszination keinen Abbruch. Mein Kleiner hört zwar auch mal gerne zu, versteht aber noch nicht so viel wie der Fünfjährige, der sich wirklich kringelig lacht, wenn er den Geschichten lauscht. Die, das sei noch erwähnt, von Rufus Beck auch wirklich genial vorgelesen werden. In diesem Punkt hat meine Meinung sich massiv geändert – damals fand ich seine Vortragsart völlig unpassend ;-) Weiterlesen

Terézia Mora – Das Ungeheuer

ungeheuerDarius Kopp und seine Frau Flora sind dem geneigten Leser ja schon aus “Der einzige Mann auf dem Kontinent” bekannt. Und ehrlich gesagt: als ich dieses Buch damals beendet hatte, war ich sehr froh, dass meine Zeit mit den beiden nach fast 400 Seiten dann vorbei war. Im Gegensatz zu den Rezensenten der großen Zeitungen sind die beiden mir nämlich nicht ans Herz gewachsen – so dass ich, als ich las, “Das Ungeheuer” wäre ein Fortsetzung, auch sicher war, dieses Buch nicht zu lesen.

Aber dann landete es auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis. Und wieder las ich die Kritiken der Tageszeitungen, die das Buch durch die Bank in den Himmel loben. “Unvergesslich” wäre das Personal dieses Romans, schwärmt Rainer Moritz in der NZZ. “Feinsinnig und bewegend” schreibt Karl-Markus Gauß. “Tiefer ist Terézia Mora noch nie in die Abgründe hinabgestiegen, um die Bodenlosigkeiten heutigen Lebens auszuloten” schreibt Sigrid Löffler. Konnte ich da noch länger an dem Buch vorbeigehen? Nein. Kam ich zum selben Urteil wie die Kritiker? Nein. Weiterlesen

Monika Zeiner – Die Ordnung der Sterne über Como

zeinerWenn der Leser Tom Holler das erste Mal begegnet, deutet alles darauf hin, dass die Bekanntschaft sehr kurz werden könnte. Tom Holler hat mit seinem Leben nämlich abgeschlossen, er sitzt hier schon mit seinem Medikamentencocktail. Aber in letzter Sekunde klingelt das Telefon. Auch wenn Holler nicht rangeht – er hört die Stimme, hört die Nachricht. Sie ist von Betty Morgenthal…

Und Betty, das ist die Frau, in die Tom Holler einst sehr verliebt war. Und sie wohl auch in ihn. Da gab es nur ein Problem: Sie war eigentlich mit seinem besten Freund Marc Baldur zusammen…

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Marcelo Figueras – Kamtschatka

kamtschatkaAus den Archiven der LESELUST – Das besondere Buch. Damit diese Bücher im neuen Blog-Format nicht in Vergessenheit geraten, werden sie hier in den nächsten Wochen neu eingestellt. Vielleicht ist ja doch noch die eine oder andere Entdeckung für euch dabei!

Sie hatten immer viele Gäste gehabt, Feste gefeiert, diskutiert. Dass sich daran etwas geändert hatte, dass die selteneren Besucher vorsichtiger geworden waren, dass die Kinder nicht mehr wie früher einfach zuhören durften – natürlich war das dem Erzähler dieser Geschichte, einem zehnjährigen Jungen, auch schon aufgefallen. Als seine Mutter ihn dann eines donnerstags einfach aus dem Unterricht holt und sie zusammen zu einem abgelegenen Landhaus fahren, wo sie in der nächsten Zeit wohnen werden, und ihm außerdem verboten wird, sich wenigstens noch telefonisch von seinem besten Freund zu verabschieden, ist sein Verständnis dafür nicht gerade groß. Weiterlesen

Liest du noch oder lebst du schon?

liestlebstVor kurzem traf ich einen Menschen aus meiner Vergangenheit wieder (und auch das nur virtuell), den ich in zuletzt vor fast 20 Jahren gesehen bzw. gesprochen habe. Das erste, was ihm zu mir einfiel, war “Liest du eigentlich immer noch so viel?” Weiterlesen

Rückblick auf September 2013

diebestenSeit gut einem Monat ist die LESELUST nun wieder auch aktiv mit neuen Beiträgen im Web vertreten. Herzlichen Dank euch allen dafür, dass ihr mich so nett wieder aufgenommen habt!

Aus diesem Grund wollte ich dann mal wissen: was wird eigentlich so im Laufe eines Monats bevorzugt angeklickt? Das Ergebnis war für mich dann doch etwas verblüffend: Weiterlesen