Luc Bannalec – Bretonische Brandung. Kommissar Dupins zweiter Fall

bannalecDrei Leichen sind am Strand einer kleinen Inselkette gefunden worden, und Kommissar Dupin muss schon vor dem dritten Kaffee (oh, sorry – hier im Buch hießt der natürlich “Café”) zur Arbeit aufbrechen, noch dazu in einem Boot  und es gibt wenig, was er noch mehr hasst als Boote.

Dann steht er mit seinen Männern erstmal da, am Strand. Betrachtet die Leichen, lässt seine Männer Ermittlungsarbeit machen. Was er derweilen macht? Natürlich – erstmal mit seiner unersetzlichen Assistentin Nolwen telefonieren, die wie immer sämtliche regionalen Eigenheiten, die für die Ermittlung vielleicht relevant werden könnten, beisteuert. Und Dupin außerdem den Präfekten vom Leib hält, denn – wie sollte es auch anders sein! – dieser hat ein dringliches Interesse daran, den Fall so rasch als möglich zu klären. Und will informiert werden. Immer. Und sofort.

Aber was macht Dupin? Der geht erstmal essen. Schließlich gibt es hier auf der Insel den besten Hummer, den man sich überhaupt nur vorstellen kann. Im Gegensatz zum … ach, ich schweife ab. Ich schreibe hier ja keinen Kochblog, sondern wollte einen Krimi vorstellen.

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja. Es gab Tote. Die werden dann mal eben schnell anhand einiger Fotos aus dem Internet identifiziert. Und nur durch viel Glück stellt man fest: hier war nicht höhere Gewalt in Form des mächtigen Sturms schuld, es war eindeutig Mord. Und nur eine Handvoll Menschen hatte die Gelegenheit, diesen zu begehen.

Aber wer hatte überhaupt ein Motiv? Wild stochert Dupin jetzt im Dunkeln, lässt seine Untergebenen in die verschiedensten Richtungen ermitteln, während er selbst vorwiegend Café trinkt, telefoniert (allerdings wenig zielführend, sondern um dem Präfekten auszuweichen oder um mal wieder zu erfahren, dass er eigentlich seine Mutter anrufen sollte…) … und löst am Ende dann doch den Fall.

Das ist alles wirklich nett gemacht, und wie schon beim ersten Fall hatte ich auch diesmal wieder Lust, diese Gegend Frankreichs zu bereisen, gut zu essen, die Landschaft zu bewundern, mich mit den regionalen Besonderheiten vertraut zu machen. Was das anbelangt, ist der Krimi einfach wirklich nett gemacht, und vor Ort gelesen ergibt das sicher einen ganz eigenen Reiz.

Allerdings habe ich mich nicht nur einmal an Stellen amüsiert, die vom Autor garantiert nicht dafür vorgesehen waren. Dupin ist wie ein Hampelmann mit Telefon in der einen und Kaffeetasse in der anderen Hand, und wenn der Autor keine Lust mehr hat, am Schnürchen zu ziehen, kommt der Mörder zum Vorschein.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>