Edith Schreiber-Wicke und Carola Holland – Als die bunten Raben kamen

RabenIn diesem Band sind drei Geschichten von den Raben enthalten – am meisten vorgelesen wird bei uns die erste Geschichte, “Als die Raben noch bunt waren”.

Darin wird die Geschichte erzählt, wie einst die Raben in den buntesten Farben des Regenbogens herumflogen. Blau, grün, gelb, getupft, gestreift – es war eine wahre Farbenpracht.

Doch wie es oft so ist: Plötzlich kam die Frage auf, welche Farbe denn nun eigentlich die “echten”, die wirklichen Raben hätten. Und unter den Raben entsprang ein großer Farbenstreit.

“Nieder mit Flieder” oder “Es gilt als erwiesen, echt sind nur die Türkisen” lauteten dann die Kampfparolen, die von den Raben plötzlich ausgesprochen wurden. Erbittert wurde gekämpft, Federn gelassen, keiner konnte mehr sicher sein, ob er mit einem gelben Tupfen am Bauch denn nun noch zu seiner eigentlichen Farbe gehören konnte.

Das ging so lange, bis der große schwarze Regen kam. Seit diesem Tag sind alle Raben schwarz, pechschwarz. Und schon bald wusste keiner mehr, wie bunt die Welt einst war..

Meine Kinder lieben diese außerdem wirklich sehr schön gezeichneten Bilder in den Geschichten; auch die Erzählung selbst gefällt ihnen sehr, besonders die Szenen mit den Parolen, die sich oft reimen und uns angeregt haben, auch Farbsprüche zu erfinden. Sie werden dann aber immer ganz still, wenn der eine bunte Rabe vom Urlaub nach Hause kommt und plötzlich erleben muss, dass er nicht mehr dazugehört zu seiner früheren Familie, dass er ausgeschlossen wird. Es bietet also auch vielerlei Gesprächsanstöße.

Dazu macht es auch sprachlich Spaß, das Buch vorzulesen, da hier Inhalt und Form eine belebende Symbiose eingehen. Ein Kinderbuch, das zwar auch schon 20 Jahre alt ist, dass ich aber dennoch nur zufällig entdeckt habe und sehr gerne weiterempfehle.

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