Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – Amerika

meyerhoff1Ein Jahr in Amerika – das ist für viele Jugendliche ein Traum, den sie sich in der Schulzeit erfüllen. Fast alle träumen dabei davon, in einer der großen Städte zu landen, in New York, in San Franciso. Von Wyoming träumt wahrscheinlich keiner.

Aber beim Vorbereitungsgespräch, das Joachim Meyerhoff in Hamburg führt, merkt er, dass er wohl nur eine Chance auf einen der begehrten Plätze hat, wenn er sich vom Traum von der Großstadt verabschiedet. Welcher Teufel ihn allerdings geritten hat, dann auch noch “streng gläubig” anzugeben, weiß er später nicht mehr, als er schon längst in einer Kleinstadt in Wyoming, USA gelandet ist und dreimal wöchentlich mit seinen neuen Gasteltern zur Kirche geht.

Meyerhoff beschreibt, wie er sich in diesem neuen Leben eingewöhnt. Kurz nach seiner Abreise kommt sein Bruder bei einem Autounfall ums Leben; er kehrt zum Begräbnis zurück nach Deutschland, aber in den USA wissen nur seine Gastfamilie von diesem Todesfall – er will das Mitgefühl, das Mitleid der anderen nicht, er genießt es geradezu, hier in den USA nicht trauern zu müssen.

Auch sein Traum, in den USA in ein Basketballteam aufgenommen zu werden, erfüllt sich – mit allem sozialen Aufstieg, der damit verbunden ist.

Ich habe diesen schon vor zwei Jahren erschienen Band nun gleich unmittelbar nach dem zweiten Band der autobiographischen Reihe von Meyerhoff gelesen. Teilweise waren Passagen fast wörtlich übernommen; nun, da sich auch die Ereignisse (Tod des Bruders zB) überschneiden, nicht wirklich ein Wunder. Dennoch erschien mir dieser Band insgesamt runder, vielleicht auch, weil er nur einen kleineren Zeitraum umspannt.

2 Gedanken zu “Joachim Meyerhoff – Alle Toten fliegen hoch – Amerika

  1. Ich habe dieses Buch vor etwa einem Jahr auf Empfehlung gelesen und mich gut unterhalten gefühlt.
    Den zweiten Band habe ich bisher nur angelesen. Dass dort ganze Passagen aus dem ersten Roman noch einmal erscheinen, erschreckt mich. Das geht nicht, auch nicht in der fiktionalen Literatur.
    Na ja, ich wunderte mich bereits über Meyerhoffs Erscheinen in Klagenfurt und über das Erscheinen des zweiten Romans auf der Longlist. Andererseits stand dort auch schon Zweifelhafteres.

    • gut unterhalten gefühlt… hm. Ich kann es nicht wirklich sagen. Ja und nein. Ich mag diese Art des anekdotischen Erzählens generell nicht so sehr, daher kommt bei mir noch eine gewisse Reserviertheit dazu…
      ja, dass da so viel doppelt vorkam, das fand ich auch ein starkes Stück. Und es sollen wohl noch einige weitere Bände in der Warteschleife sein… wenn ich das richtig verstanden habe, gab es zu allererst ein Kabarett-Programm zu seinem Leben, mit dem er aufgetreten ist, und daraus sind dann die Bücher entstanden?

Hinterlasse einen Kommentar zu Atalante Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>