Clemens Meyer – Im Stein

meyerIch sage es gleich: Dies ist die Geschichte eines Scheiterns. Meines Scheiterns… ich habe “Im Stein” nicht bis zum Ende gelesen, ich habe nach etwa einem Fünftel aufgegeben. Warum? Es hat mich schlicht nicht länger interessiert.

Über den Roman wurde in den letzten Tagen viel geschrieben, er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Deutschen Buchpreis, der am 7. Oktober 2013 verliehen wird. Ein vielstimmiger Chor von Stimmen gibt hier einen Einblick in das älteste Gewerbe der Welt. Es sind Huren, Zuhälter, Kunden, die hier zu Wort kommen; in jedem Kapitel ertönt eine andere Stimme, dem Leser ist meist erst nach einer Weile klar, wer nun gerade spricht. Es ist jeweils ein Gedankenstrom, Aktuelles Geschehen verbunden mit Rückblicken auf die jeweilige Vergangenheit, es wird sehr viel mit Versatzstücken gearbeitet. Eigentlich ist das ein literarischer Kunstgriff, den ich durchaus zu goutieren weiß – wenn… ich entweder von der Sprache oder vom Inhalt “bei der Stange” gehalten werde.

Das hat bei mir nicht funktioniert bei diesem Roman. Die Sprache ist derb und vulgär, sie passt dadurch natürlich sehr gut zum Sujet, Lesespaß bereitet mir das aber leider trotzdem nicht. Und der Inhalt? Davon hatte sich im Laufe der Passagen, die ich gelesen habe, nicht viel herauskristallisiert. Mag sein, dass ich zu einer anderen Zeit ein wenig mehr Geduld aufgebracht hätte – doch nachdem dies mein 5. Roman der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2013 ist, war meine Leidensbereitschaft doch schon etwas erschöpft…

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