René Goscinny & Jean-Jacques Sempé – Der kleine Nick (Histoires inédites du Petit Nicolas)

nickHier ist eine der wenigen Gelegenheiten für mich, meine Eindrücke vor und nach den Kindern zu vergleichen. 2005 habe ich über diese Erzählungen eine Rezension verfasst; heute kann ich zumindest beurteilen, wie sie auf meine Kinder (3 und 5 Jahre) wirken. Und eines kann ich gleich vorweg sagen: die 40 Jahre, die diese Geschichten schon alt sind, tun ihrer Faszination keinen Abbruch. Mein Kleiner hört zwar auch mal gerne zu, versteht aber noch nicht so viel wie der Fünfjährige, der sich wirklich kringelig lacht, wenn er den Geschichten lauscht. Die, das sei noch erwähnt, von Rufus Beck auch wirklich genial vorgelesen werden. In diesem Punkt hat meine Meinung sich massiv geändert – damals fand ich seine Vortragsart völlig unpassend ;-) Und das meinte ich vor 8 Jahren dazu:

Bei Diogenes sind 2005 80 Geschichten vom kleinen Nick, die bis vor kurzem noch als verschollen galten, neu aufgelegt worden.

Wie dem Vorwort zu entnehmen ist, hatte die Tochter des leider schon 1977 verstorbenen Goscinny diese 80 Geschichten, die dieser mit Sempé gemeinsam für den Sud-Ouest-Dimanche entdeckt; somit hatte sich ganz plötzlich die Anzahl der Geschichten verdoppelt, die bislang bekannt waren.

Dass mich die kleinen Alltagsgeschichten von Nick, dem vorlauten kleinen Jungen, der glücklich mit Mutter und Vater in einem kleinen Haus lebt, zur Schule geht, etc, mich unterhalten würden, hatte ich ja noch erwartet; bei den Zeichnungen war ich schon skeptischer. Aber diese Skepsis war unbegründet: ich habe mich über diese kleinen Skizzen ebenso königlich amüsiert wie über den naiven Tonfall der Geschichten, die aus Nicks Perspektive geschildert sind, der oft die Reaktionen der Erwachsenen etwas absonderlich findet.

Ich kanns zwar jetzt noch nicht so ganz beurteilen, da ich die Geschichten noch keinem Kind vorgelesen habe; aber ich kann mir doch gut vorstellen, dass es mal wieder ein wunderbares Beispiel dafür ist, dass sich sowohl Vorleser als auch Kind wunderbar unterhalten und doch an ganz unterschiedlichen Stellen lachen.

Natürlich merkt man vielen Geschichten auch an, in welcher Zeit sie entstanden sind, und das nicht nur, weil Selbstverständlichkeiten von heute wie Fernseher hier eben noch Novitäten sind, sondern auch am Familienbild (Mutter zu Hause, ganze Familie trifft sich auch mittags zum Essen zu Hause etc). Und es wird ein bisschen viel geheult für meine Begriffe; aber das sind nur Nebensächlichkeiten.

Ich habe mich vor allem darüber amüsiert, wie Nick mit seiner kindlichen Sichtweise zB dafür sorgt, dass sein Vater die Küche streichen muss, der doch viel lieber seine Ruhe gehabt hätte; oder so lakonisch eingestreute Bemerkungen wie “ich musste nachsitzen, weil ich einen Fehler in der Rechenaufgabe hatte. Ich muss Papa sagen, er soll beim nächsten Mal besser aufpassen”.

Neun dieser Geschichten sind auch in der in diesem Herbst gestarteten Hörbuchedition von Diogenes erschienen, gelesen von Rufus Beck. Mal ganz davon abgesehen, dass von den 9 ausgewählten Geschichten nur 3 auch von mir für diesen Zweck ausgesucht worden wären, hat Rufus Beck für mich nicht die Stimme des Nick verkörpert. Das kann man sicher nicht als Qualitätsbeschreibung stehen lassen; aber ich bin ohnehin kein sonderlich großer Freund von Rufus Beck, mir liegt seine Vortragsart sofern ich das nach zwei Hörbüchern beurteilen kann ohnehin nicht so sehr. Aber gerade als Einstieg und Test für weitere Nick-Neulinge ist das sicher gut geeignet.

3 Gedanken zu “René Goscinny & Jean-Jacques Sempé – Der kleine Nick (Histoires inédites du Petit Nicolas)

    • Liebe penguin,
      danke dir vielmals für diesen Hinweis ;-) Sorry, dass ich erst jetzt antworte, ich war in der vergangenen Woche kaum am Rechner (nicht täuschen lassen von den vielen Beiträgen – die waren alle schon vorgearbeitet und sind automatisch online gegangen… ;-)

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