Monika Zeiner – Die Ordnung der Sterne über Como

zeinerWenn der Leser Tom Holler das erste Mal begegnet, deutet alles darauf hin, dass die Bekanntschaft sehr kurz werden könnte. Tom Holler hat mit seinem Leben nämlich abgeschlossen, er sitzt hier schon mit seinem Medikamentencocktail. Aber in letzter Sekunde klingelt das Telefon. Auch wenn Holler nicht rangeht – er hört die Stimme, hört die Nachricht. Sie ist von Betty Morgenthal…

Und Betty, das ist die Frau, in die Tom Holler einst sehr verliebt war. Und sie wohl auch in ihn. Da gab es nur ein Problem: Sie war eigentlich mit seinem besten Freund Marc Baldur zusammen…

Aber von vorne. Tom Holler ist Musiker. Mittlerweile ein recht erfolgreicher. Aber als er gerade frisch in Berlin war, noch Student, da hatte er Marc kennen gelernt. Marc Baldur, das begnadete Kompositionsausnahmetalent. Der allerdings schon kurz nach dem Kennenlernen erstmal für ein halbes Jahr in die USA geht – und Tom seine Klavierschüler überlässt, darunter eine gelangweilte Witwe, mit der Tom schon bald ein Verhältnis auf seltsam distanzierter Art beginnt.

Darum fällt ihm auch erst nicht auf, wie sehr Betty ihm eigentlich gefallen könnte, als er sie kennen lernt. Übrigens genau bei der Frau, mit der er eine Affäre hat. Tausendmal sieht er Betty. Sie wohnt praktisch bei Marc und ihm, sie lachen zusammen, frühstücken zusammen, machen zusammen Musik – doch es dauert bis zu einem Abend unter Comos Sternen, bis sie ihre Zusammengehörigkeit spüren.

Doch da ist noch Marc. Und kurz darauf passiert ein tragischer Unfall. Ist es ein Unfall

Ach, die Liebe. Und ach, die Musik. Die Liebe im Roman ist ja erstmal vor allem dann interessant, wenn sie unglücklich ist. Und so auch hier – zwei beste Freunde, die ein und dieselbe Frau lieben, das birgt genug Potential für so manche zu Herzen gehende Stelle. Und immer wieder sind diese Passagen auch wirklich lesenswert, schön geschrieben, poetisch.

Doch dann folgen wieder Satzungetüme, bei denen man sich fragt, warum kein Lektor sie in eine passable Form gebracht hat. Und immer wieder rutscht die Handlung auch ins Kitschige ab, der Balanceakt gelingt ihr leider nicht immer. Ich hätte das Buch gerne ein wenig gekürzt und sprachlich überarbeitet gelesen.

Kein Highlight für mich – aber ein solider, schöner Roman, den ich gerade Musikliebhabern gerne weiterempfehle.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>