Christian Schünemann, Jelena Volic – Kornblumenblau

kornblumenblauMilena Lukin ist Mitte Vierzig, hat einen zehnjährigen Sohn, den sie alleine großzieht, schreibt an ihrer Habilitationsschrift und ist ansonsten beruflich vor allem mit der Aufarbeitung der Gräuel beschäftigt, die während des Krieges geschahen.

Vom Vater ihres Kindes, eines Deutschen, lebte sie schon vor der Geburt getrennt; dass er dem Kind so viel mehr bieten kann als sie in ihren immer prekären Verhältnissen wurmt sie teilweise sehr.

Als ein guter Freund von ihr, der Anwalt Sinisa Stojkovic, sie bittet, sich die Unterlagen zu einem angeblichen Selbstmordritual in der serbischen Garde anzusehen, stößt sie schnell auf Ungereimtheiten – denn nach dem eigentlichen Untersuchungsergebnis, das nie veröffentlicht wurde, können die beiden sich nicht selbst getötet haben. Aber kann es sein, dass die beiden Zeugen eines geheimen Festes zum Jahrestag des Massakers von Srebrenica geworden sind?

Ich muss zugeben: der Beginn las sich für mich etwas zäh. Erst nachdem ich die ersten 50 Seiten gelesen hatte konnte die Handlung mich fesseln Dabei waren es vor allem die sehr lebendigen Schilderungen des heutigen Belgrads, die mir wirklich gut gefallen haben. Den Kriminalfall hätte ich dann gar nicht mehr gebraucht… und dieser ist auch ein wenig der Schwachpunkt des Buches.

Aber es ist der erste Band einer geplanten Reihe, ich könnte mir vorstellen, dass ein nächster Band nach dieser ausführlichen Einleitung dann weniger holprig startet; und eine zweite Chance hat das Autorenduo auf jeden Fall verdient.

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