Berliner Donnerleser über “Bankster”

banksterUnser gestriges Treffen zum Buch von Gudmundur Oskarsson “Bankster” wurde nur von einer kleinen Viererrunde wahrgenommen. Das Buch hatte ich vorgeschlagen, weil es eines der wenigen Bücher in diesem Jahr war, das mich wirklich angerührt hatte – obwohl es auch für mich einige Punkte zu kritisieren gab.

Diese Faszination konnte ansonsten von keinem der Donnerleser nachvollzogen werden. Ihnen blieb der Protagonist mit seinen Problemen fremd; ja, sie hätten ihn liebend gerne geschüttelt und aus seiner depressiven Starre gelöst.

Wir haben uns dann aber noch lange über die Vorurteile, die man gerade Bankern entgegenbringt, unterhalten – und daraus auch geschlossen, dass die an Konsum und Statussymbolen ausgerichtete Lebensweise für viele zum (Vor)Urteil führt, auch das innere Empfinden dieser Menschen müsse zwangsläufig einer gewissen Oberflächlichkeit geopfert werden. Aus diesem Widerspruch heraus wurde das Buch auch als nicht ganz stimmig empfunden; eine gründlichere Reflektion, wie es zur Krise kommen konnte, wurde gerade von dieser Banker-Figur erwartet, aber nicht eingelöst.

Zur Wahl für die nächste Runde standen dann:

  • Ha Jin – Warten
  • Ha Jin – Im Teich
  • Hans Pleschinski – Bildnis eines Unsichtbaren

gewählt wurde: Rolf Lappert – Nach Hause schwimmen. Wir treffen uns am 17. Oktober wieder.

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