Kirsten Boie – Der kleine Ritter Trenk

boietrenkVor einiger Zeit war ich auf der Suche nach einem Vorlesebuch für einen kleinen ritterbegeisterten Fünfjährigen (meinen Sohn) – mein Wunsch war, dass darin auch die “ritterlichen Tugenden” ein wenig zur Sprache kämen.

Ich hatte viele Empfehlungen erhalten – unter anderem auch die Musik/Buch-Reihe rund um Ritter Rost – und meinte anfangs, dass eigentlich nichts so recht für meine Ansprüche passen würde. Von Ritter Trenk hatte ich schon gehört, hatte aber aufgrund der Tatsache, dass es dazu auch eine Fernsehserie etc gab eher das Vorurteil, es würde zumindest mir nicht unbedingt gefallen. Dass sich Kindergeschmack von Erwachsenengeschmack dabei unterscheidet, ist ja klar – aber während ich es zB gut aushalte, den Ritter Rost, der mir persönlich gar nicht liegt, zu klamaukig, in den Kinderzimmern dann eben in meiner Abwesenheit dudeln zu hören, ist es doch etwas anderes, wenn man fast 300 Seiten eines Kinderbuches vorlesen soll.

Zum Glück habe ich mich getäuscht. Kirsten Boie ist ein wirklich netter Kinderroman geglückt, in dem einerseits die eigentlich erzählte Geschichte sowohl für Kinder fesselnd als auch mit moralischen Fragestellungen versehen ist, deren Erörterung in langen Gesprächen auch für Erwachsene interessante Aspekte zum Vorschein bringt.

Die Geschichte handelt von Trenk, einem kleinen Bauernjungen, dessen Vater immer wieder vom bösen Ritter Wertold, dem Wüterich, verprügelt wird – so dass er mittlerweile den Namen “Tausendschlag” trägt. Trenk sieht nur eine Chance, diesem Schicksal zu entkommen: ein Jahr in der Stadt, nach dem Motto “Stadtluft macht frei”. Doch es soll anders kommen, denn bald darauf findet er sich in als Ritterlehrling, also als Page, auf Burg Hohenlob bei seinem angeblichen Onkel Hans und dessen Tochter Thekla. Mit dieser erlebt Trenk dann etliche Abenteuer, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie mit ihrer Freundschaft und einer gewissen Gewitztheit aus Situationen rauskommen, die eigentlich zum Scheitern verurteilt wären.

Als Altersangabe ist vom Verlag 6 Jahre angegeben; zum Vorlesen eignet es sich sicher auch schon ab 5. Und das dazu gehörige Hörbuch kann dann die Zeiten abdecken, wenn gerade keine Vorleseeltern greifbar sind. Ob sich meine Kinder, wie ich hoffe, dann, sobald sie selbst lesen können, das Buch auch tatsächlich selbst nochmal lesen, werde ich dann vielleicht in zwei, drei Jahren nachtragen…

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