Botho Strauß – Die Unbeholfenen

unbeIn einem Haus in einem Gewerbezentrum findet sich eine seltsame Gesellschaft zusammen: Florian Lackner, der Erzähler, besucht zum ersten Mal seine neue Freundin Nadja, die hier mit ihrem verkrüppelten Bruder und Zwillingsschwestern lebt. Die Eltern haben sie längst aus ihrem Leben verbannt, sie wollen eine neue Form der Familie, der Gesellschaft leben.

Mit von der Partie ist an diesem Abend auch ein Romero, ein ehemaliger Liebhaber Nadjas, dessen Frau gerade in den Wehen liegt. 

Florian (und mit ihm der Leser) weiß lange nicht, wie er diese Gesellschaft und ihre seltsamen Gespräche einordnen soll – Unverschämtheiten, persönliche Beleidigungen verpuffen wirkungslos, als wäre das Gesagte nur für den Moment gesprochen. 

In einander ergänzenden (und ausgesprochen gestelzt zu lesenden) Redebeiträgen widmen sich die Geschwister und allen voran auch Romero einer Darstellung der Gesellschaft, bemängeln unter anderem die Abwesenheit eines allgemeinen Krisengefühls, werfen mit den Namen von Philosophen und Schriftstellern um sich, beklagen, dass die westliche Gesellschaft die Intoleranten mit Mitteln der Toleranz zu verstehen sucht und daran scheitert…

… und dann kommt es noch zu einem ziemlich eklig zu lesenden sexuellen Akt, der das Gespräch auf eine Weise auflöst, die bestenfalls als unbefriedigend zu beschreiben ist.

Kurzum: die 9,9 €, die für diese gut 100 großbedruckten Seiten zu investieren sind, kann man sich meiner Meinung nach getrost schenken.

Eine ausführlichere Diskussion darüber ist auch im Leselust-Forum nachzulesen.

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