Urs Widmer – Mein Leben als Zwerg

widmerzwerg“Sleepy” war der Produktionsname des Zwergs, der heute noch in Urs Widmers Wohnung herumliegt; alle Farbe abgewetzt, das Plastik schon ganz brüchig, einzelne Körperteile dann auch schon weggebröselt – ein Leben lang hatte der Zwerg ihn begleitet, war starr und steif an seinem Platz gestanden. Doch was hatte ihn in der Zeit bewegt, in der er von keinem Menschenauge gestreift worden war?

Dieser Geschichte geht der Autor hier nach; erzählt von dem Moment, an dem der Zwerg, also der Ich-Erzähler, zum Leben erweckt wurde durch das Verlangen des Jungen, dem er bald darauf gehören sollte; wie dieser Junge und seine Schwester mit ihnen spielten, wie immer mehr und mehr Zwerge den Haushalt bevölkerten, wie sie aufbrachen zu großen Entdeckungsreisen, durch die ganze Wohnung, ja, sogar bis zur Antenne hoch auf dem Dach; welchen Gefahren sie ausgesetzt waren, wie die Gruppendynamik so aussah, wer wessen Liebling war, wie dann einmal einer von ihnen bei einem Wettkamp verloren ging; und vieler dieser Geschichten mehr.

Das liest sich prinzipiell ja alles ganz nett – aber ich habe mich am Ende doch gefragt: Was solls? irgendwie blieb das alles für mich ausgesprochen belanglos, zwar manchmal amüsant und witzig, aber mehr auch nicht.

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