Urs Widmer – Mein Leben als Zwerg

widmerzwerg“Sleepy” war der Produktionsname des Zwergs, der heute noch in Urs Widmers Wohnung herumliegt; alle Farbe abgewetzt, das Plastik schon ganz brüchig, einzelne Körperteile dann auch schon weggebröselt – ein Leben lang hatte der Zwerg ihn begleitet, war starr und steif an seinem Platz gestanden. Doch was hatte ihn in der Zeit bewegt, in der er von keinem Menschenauge gestreift worden war? Weiterlesen

Agota Kristof – Die Analphabetin (L’Analphabète) – gelesen von Hannelore Hoger

kristof-analphabetinAgota Kristof – dieser Name begegnete mir in Diskussionen in der Leselust immer wieder, doch dachte ich, es wäre nicht unbedingt eine Autorin, die mir liegen würde.

Dieses kurze Hörbuch, die autobiographische Erzählung, hat mich jedoch eines Besseren belehrt. Mit ganz schlichten, unprätentiösen und vor allem auf gänzlich unsentimentale Weise erzählt die Autorin hier (zwar in der Ich-Form, aber doch immer in erzählerischem Kontext) von einer zwar ärmlichen, aber glücklichen Kindheit; davon, wie sie schon mit 4 Jahren lesen konnte, weil sie zur Strafe so häufig zum Vater, der Dorfschullehrer war, in die Klasse geschickt wurde, wo sie dann stillzusitzen hatte.

Worte, Geschichten – sie sind wie die Luft zum Atmen für das Mädchen, das schon früh anfängt, selbst Geschichten zu erfinden und zu erzählen, besonders gern dem kleinen Bruder, der leicht zu beeindrucken ist. Weiterlesen