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John Irving wurde am 2.
März 1942 in Exeter im Staat New Hampshire als
ältestes von 4 Kindern geboren.
Sein Vater war Lehrer und Spezialist für russische
Geschichte und Literatur an der Exeter Academy,
einer sogenannten Prep-School, die der Vorbereitung aufs
College dient.
Kurse für Creative Writing gab es damals an dieser
Schule noch nicht; aber der beste Freund seines Vaters, Goerge
Bennet, war ihm in dieser Zeit Mentor und
Kritiker.
John Irving als guten Schüler zu bezeichnen wäre eine
glatte Übertreibung; damals wurde seine Legasthenie noch
nicht erkannt und die Ursache seiner Leseschwäche in der
Tatsache gesucht, dass er nicht von seinem leiblichen,
sondern von einem Stiefvater aufgezogen wurde.
1957 begann Irving in Exeter mit dem Ringen in der
60-Kilo-Klasse. Dass er es in diesem Sport nie zur
Meisterschaft bringen würde, war sein Coach, Ted
Seabrooke, nie müde zu betonen. Aber sein
mangelndes athletisches Talent könne er durch harte
Arbeit, körperliche Fitness und kontrolliertes Kämpfen
ausgleichen - John Irving meint selbst, dass seine Zeit
auf den Ringermatten das beste Training für seine
schriftstellerische Laufbahn war. Hier hatte er Geduld,
unermüdliches Wiederholen und die Gewissheit, selbst das
Tempo bestimmen zu können, kennengelernt.
Für einen Schüler mit Leseschwäche ist es natürlich
fatal, wenn er sich ständig in seitenstarken Büchern
verliert. Charles Dickens in erster
Linie, aber auch George Eliot und
Dostojewskij waren schuld daran, dass häufig die
Hausaufgaben in Mathematik und Latein leiden mussten.
Angeleitet von Goerge Bennet entdeckt er in dieser Zeit
auch Robertson Davies und Graham
Greene für sich; wie der Zufall so spielt, hat
er Davies nach Erscheinen seiner Bücher auch persönlich
kennengelernt und wurde von ihm getraut, während Greenes
Nichte heute seine Literaturagentin in Kanada ist.
Nach einer Ehrenrunde in Exeter war es an der Zeit, sich
für ein College zu entscheiden. Wisconsin wäre die
Schule seiner Wahl gewesen - doch dort war er nur auf die
Warteliste gelangt. Und weil der Reiz auch da war, mit
den besten Ringern des Landes zu trainieren, wechselte er
an die Pittsburgh University. Coach
Seabrooke hatte an den Trainer am Pitts, Rex Peery, eine
wohlwohlende Einschätzung von Irvings Begabungen
geschickt; aber wie Irving bald selbst feststellen
sollte: ein halbwegs passabler Ringer zu sein reichte
eben nicht, wenn man mit der Spitze mitmischen wollte.
Nach dem einzigen Kampf in diesem Jahr in West Point war
die Entscheidung dann auch klar: weg vom Pitt.
New Hampshire war die nächste Station.
Zwar gab es hier keine Ringermannschaft, aber dafür
einen Creative Writing Kurs - und John Yount,
ein Romanautor aus dem Süden, sollte der erste von
Irving bewusst als solche wahrgenommener Mentor werden.
Zur gleichen Zeit begann Irving auch als Co-Trainer an
der Exeter Academy; an Schulkämpfen kann er jetzt nicht
mehr teilnehmen, aber an den sogenannten offenen
Turnieren.
Und dann kommt der Tag der großen Beichte; Irving
erzählt Seabrooke, warum er wirklich von Pitt
weggegangen war. Blödsinn, meint dieser: Nur, weil man
nicht zur Spitze gehört, sollte man nicht gleich
aufgeben. Doch damals entsprach das nicht der
Weltanschauung des knapp zwanzigjährigen John Irving; er
bildete sich ein, nur das tun oder lieben zu können,
worin er Spitze war. Und John Yount hatte ihm gesagt, er
hätte das Zeug zum Schriftsteller. Geh weg, weit weg.
rät dieser ihm. Bewirb dich an ausländischen
Universitäten. Was er auch tat - und das Institut
für Europäische Studien in Wien nahm ihn dann
auch an.
Im Sommer 1963, unmittelbar vor seiner
Abreise, macht er noch einen Deutschkurs in Cambridge -
und lernt dabei Shyla Leary kennen und
lieben. Im Sommer darauf heiraten sie in Griechenland.
Bleib noch länger fort, rät ihm Yount - doch Shyla ist
bereits schwanger, und Irving freut sich darauf, Vater zu
werden, allerdings nur in seinem eigenen Land. Außerdem
war er nie ein Freund der deutschen Sprache geworden,
spricht sie nach eigenen Angaben auch heute noch nur
mangelhaft; und Wien, wo er immerhin seinen ersten
Romanstoff gefunden hatte, erlebte er als sehr
antisemitisch. Weder er noch seine Freunde Eric
Ross (mit dem er sich eine Wohnung in der Schwindgasse
teilt) und David Warren mochten die
Stadt.
Zurück in den USA und New Hampshire, nimmt ihn Thomas
Williams unter seine Fittiche; ihm hat er es zu
verdanken, dass er ein kombiniertes Stipendium als Autor
und Dozent an der Universtität Iowa
erhält. Thomas Williams und seine Frau Liz wurden rasch
zu engen, guten Freunden; Liz wurde auch Patin seines
ältesten Sohnes, Colin, geb. 1965. Noch
Student, verheiratet und Vater, entgeht er automatisch
der Einberufung in den Vietnamkrieg. In diesem Jahr,
seinem letzten Collegejahr, erscheint auch seine erste
Kurzgeschichte. In der Nacht, in der sein Sohn geboren
wurde, starb im selben Krankenhaus George Bennet, der
väterliche Freund seiner Jugend.
Auch nach seiner Rückkehr aus Europa trainierte Irving
regelmäßig in Exeter; im Winter 1965 gab es dort einen
zweiten Ringtrainer, Cliff Callagher.
Dieser, ein pensionierter Oberstleutnant der Air Force,
lehrte seine Schüler eine Menge verbotener Griffe - die
er dennoch, wenn die Reihe als Ringrichter an ihm war,
niemals gelten ließ. Mit Callagher zusammen
beaufsichtigte Irving eine ganze Reihe von Turnieren;
darunter ein besonders spektakuläres in Maine, wo ich
gerne aus der "Imaginären Freundin" zitieren
möchte: Die
Finalkämpe fanden am Abend statt. Schaurige Gestalten
aus dem tiefsten Maine tauchten in der Dunkelheit auf.
(Mein guter Freund Stephen King erfindet beileibe nicht
alles; er kennt die Leute, die ich meine.)
Von 1965 bis 1967 besuchte Irving den
Schriftsteller-Workshop an der Universität in Iowa; sein
erster Lehrer, Nelson Algren, mochte
jedoch seine Arbeiten nicht, sie wären ihm zu
phantasievoll. So wurde Kurt Vonnegut
sein Lehrer; zwar mochte Irving eigentlich dessen Romane
nicht, wie er überhaupt kaum einen zeitgenössischen
amerikanischen Autor gerne las; aber die Zusammenarbeit
zwischen den Beiden funktionierte sehr gut.
Seine erste Stelle als Dozent bekam Irving am Windham
College in Putney, Vermont. Dieses College
erlebte während des Vietnam-Kriegs eine kurze Blütezeit
und existiert mittlerweile nicht mehr; doch Putney war
während der 18 Jahre währenden Ehe mit Shyla der
zentrale Ankerpunkt der Familie. Dort entstanden auch
seine ersten vier Romane.
Zwischendurch verbrachten sie ein Jahr in Wien, wo
1969 der zweite Sohn Brendan geboren
wurde. In Wien wollte Irving das Drehbuch zu seinem Roman
Lasst die Bären los verfassen - eines
der beiden Jahre zwischen 1967 und 1978, die er ganz dem
Schreiben widmen konnte. Irvin Kershner war
als Regisseur für diesen Film vorgesehen - ein
leidenschaftlicher Leser, der jedesmal, wenn sie das
Drehbuch durchsprachen, in wahnwitzigem Tempo Änderungen
daran vornahm. Auch heute noch treffen die beiden sich
regelmäßig, und immer ist dann ihre gemeinsame Zeit in
Wien Thema, mit all der Energie und den wunderbaren
Begegnungen, die sie dort hatten.
Vom Schreiben können nur wenige Schriftsteller leben.
Als 1968 Irvings erster Roman Lasst die Bären
los erschien, hätte er vom damaligen Vorschuss
seine Familie ein Jahr lang ernähren können; doch damit
wäre er unter genau den finanziellen Druck geraten, den
er ablehnte. Er wollte sich Zeit lassen können mit dem
Schreiben seiner Romane - bis Garp und wie er
die Welt sah erschien. Ab diesem Zeitpunkt, seit seinem
Durchbruch, kann er ohne Bedenken seine ganze Zeit nur noch dem
Schreiben widmen. Mit Joe Fox
als Lektor und Random House als Verlag
war Irving gleich zu Beginn eine sehr gute Betreuung
beschieden.
1976, als Irving mitten in der Arbeit zu Garp und
wie er die Welt sah steckte, folgte auch sein
Abschied aus der Zeit als aktiver Ringer. Bis zu den
Wettkämpfen in Springfield wollte er
wieder in seiner alten Gewichtsklasse bei 61,5 Kilo
mitringen könnne; doch auch nach monatelangem Fasten und
Schwitzen schaffte er es nicht mehr ganz, sein Gewicht so weit zu
reduzieren.
Nachdem es zu Lasst die Bären los zwar
ein Drehbuch, aber nie einen Film gegeben hatte, sollte
nach dem großen Erfolg von Garp erneut
ein Versuch gestartet werden, einen Irving-Roman zu
verfilmen. George Roy Hill war diesmal
als Regisseur vorgesehen - und dass diesem Mann der
Geldhahn abgedreht würde, schien äußerst
unwahrscheinlich. Ob er das Drehbuch selbst schreiben
wolle, wurde Irving gefragt - doch damals steckte er
mitten in der Arbeit an Hotel New Hampshire und
wollte diese nicht unterbrechen. Steve Tesich
schrieb dann letztendlich das Drehbuch - auch wenn sein
Humor dem Irvings nicht unbedingt entsprach. Im ersten
Drehbuchentwurf war auch noch viel Wortwitz enthalten,
den Irving sich verbat; seine Bücher wären zwar
humorvoll, aber nicht auf der Witz-Ebene sondern durch
die skurillen Situationen, die immer wieder entstehen.
Die Besetzungsliste für diesen Film kann sich sehen
lassen: Robin Williams als Garp, Glenn
Close als seine Mutter Jenny Fields; Amanda
Plummer als Vergewaltigungsopfer Ellen James
sollte auch noch in einem anderen Irving-Film zu sehen
sein.
Nach dem großen Erfolg von Garp tritt Tony Richardson auf
den Plan um Hotel New Hampshire zu verfilmen. Das Drehbuch wollte
er selbst verfassen; ursprünglich sollte ein zweiteiliger Film daraus
werden. Doch wie so häufig: es steht nicht genügend Geld dafür zur
Verfügung. Aber Richardson sieht sich nicht in der Lage, ganze
Nebenfiguren oder Handlungsstränge wegzulassen. So kürzt er nur hier
eine Szene, da einen Dialog, arbeitet verstärkt mit Voice Over; und so
kommt es zu einem unglaublich dichten, temporeichen Film, in dem unter
anderem Jodie Foster und Natassia Kinski mitspielen.
Man könne den Film nur verstehen, wenn man auch das Buch kennt, wird
Richardson häufig vorgeworfen; in den USA erzielt er nicht den
gewünschten Erfolg. In Europa sind die Kritiken besser; Hotel New
Hampshire war hier allerdings auch als Buch erfolgreicher gewesen
als Garp.
1980 beginnt Irving, sich Notizen zu einem Roman zu machen, der die
Beziehung eines Waisenhausarztes zu einem der Heimkinder und Abtreibung
thematisieren sollte. Vorbild bei der Erfindung der Figur des Dr. Larch
war ihm sein Großvater, Dr. Frederic C. Irving war Arzt, Gynäkologe,
und hatte ein Standardwerk zum Thema Geburtenhilfe verfasst, das an den
amerikanischen Universitäten noch heute in Gebrauch ist.
Vieles in dem Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag hätte
bestimmt die Zustimmung seines Großvaters gefunden, meint Irving. Die
Schilderung der ganzen gynäkologischen Praxis, die Abtreibungen; nur
die Tatsache, dass im Buch Dr. Larch in Homer einen Geburtshelfer
heranzieht, der nie eine universitäre Ausbildung genossen hat, das
hätte ihm wahrscheinlich missfallen. Im Buch hat Irving mehr als eine
Geschichte seines Großvaters verarbeitet; so zum Beispiel auch den Fall
einer Frau, deren Gebärmutter sich buchstäblich auflöst; Folge eines
Abtreibungsmittels, das den Körper veranlasst, keinerlei Vitamin C mehr
aufzunehmen.
Während der Zeit, in der Irving diesen Roman schreibt, lebt er
Großteils in den Hamptons, um die typische Atmosphäre aufzunehmen. Es
ist auch die Zeit, in der er sich von seiner Frau Shyla trennt;
die Widmung in Gottes Werk und Teufels Beitrag gilt noch ihr, der
Frau "deren Liebe für fünf Romane gereicht hat". In den
Jahren danach, bis er seine jetzige Frau Janet kennenlernt,
verbringt er, wie man es von einem reichen, berühmten Junggesellen fast
schon erwartet.
Und wieder findet sich jemand, der einen seiner Romane verfilmen will.
Gemeinsam mit Philip Borsos verfasst Irving unzählige Versionen
eines Drehbuchs; die Geschichtenfülle auf Filmlänge zu kürzen ist ein
echtes Problem. Mit ihm einigt er sich schließlich auf eine Version, in
der viele wichtige Nebenfiguren wie zum Beispiel Melony weggelassen
werden; und in der es auch keine Liebesgeschichte zwischen Homer und
Candy gibt. Die zwei lebensverändernden Situationen / Menschen für
Homer sollen Dr. Larch und Rose Rose bleiben; eine Liebesgeschichte
könnte dem ganzen einen falschen Blickwinkel bescheren. Doch Philip
Borsos stirbt 1992 an Leukämie; das ist vorerst auch das Aus für
den Film.
1989 erscheint Owen Meany. Und zu dieser Zeit erscheint auch Salman
Rushdies "Satanische Verse" - weshalb Owen Meany auf der
Bestsellerliste auf Platz 2 verdrängt wird, wie Irving Rushdie lachend
vorwirft. Woran er denn jetzt arbeite, will Rushdie dann wissen. Die
Verfilmung von Gottes Werk und Teufels Beitrag hängt seit 4 Jahren in
der Luft, der eine Roman ist abgeschlossen, für einen nächsten hat er
zwar schon ein paar Ideen, aber es fehlt noch das, was die Figur
interessant macht. Ein kanadischer Arzt soll es sein - in Indien geboren
und aufgewachsen, der in beiden Kulturen nicht wirklich zu Hause ist,
der auch immer wieder einige Zeit in Indien verbringt. Dann begegnet ihm
Martin Bell, ein englischer Filmemacher, der mit seiner Frau
gerade für einige Monate in Indien war und dort Kinderartisten in den
Zirkussen fotografiert hat. Schnell ist die Idee geboren, dass Irving
das Drehbuch zu dem Film verfassen soll, den Bell drehen will.
Zeitgleich entstehen jetzt Roman und Drehbuch; beide haben auch viel
miteinander zu tun, in dem einen kann er verarbeiten, was beim anderen
fehl am Platz gewirkt hätte. Bei den Recherchen in China wird Bell von
einem Schimpansen böse gebissen; auch diesen Vorfall baut Irving in
seinen Roman ein, der zu diesem Zeitpunkt schon den Titel Son of a
Circus - Zirkuskind trägt.
Doch auch diesem Drehbuch ist nicht viel Glück beschienen; es fehlen
1,5 Mio Dollar, um den Film verwirklichen zu können.
Dafür interessiert sich wieder jemand für das Drehbuch zu Gottes
Werk und Teufels Beitrag. 1995 kauft Miramax die Option auf Drehbuch
und Roman; Richard Gladstein findet sich als Produzent. Nun muss
nur noch ein Regisseur gefunden werden, der die Zustimmung aller drei
Parteien findet. Das gestaltet sich schwieriger, als erwartet.
Der erste Regisseur, der von allen dreien gewünscht wird, ist Wayne
Wang. Doch seine Vorschläge zur Drehbuchüberarbeitung
widersprechen denen Richards; und da alle Beteiligten es als kein gutes
Zeichen erachten, wenn die Vorschläge des Produzenten mehr Anklang
finden als die des Regisseurs, trennt man sich in aller
Freundschaft.
Doch nun fehlt wieder ein Regisseur; Michael Winterbottom ist der
nächste Kandidat. Schon das erste Treffen, das stattfindet, während
Irving in Amsterdam für seinen nächsten Roman, Witwe für ein Jahr
recherchiert, verläuft nicht ganz glücklich; aber die Zusammenarbeit
gedeiht immerhin so weit, dass er die Liebesgeschichte zwischen Candy
und Homer wieder im Drehbuch aufnimmt. Aber die Probleme zwischen Irving
und Winterbottom beschränken sich nicht auf unterschiedliche
Auffassungen von der Wichtigkeit einzelner Passagen des Buches; aufgrund
anderer Verpflichtungen kündigt Winterbottom an, den Film nur im
Frühjahr drehen zu können. Apfelernte ist aber traditionell im Herbst;
die wichtigsten Szenen des Buches spielen im Herbst / Winter. Und so
trennt man sich auch von diesem Regisseur wieder.
Die Begegnung mit dem vierten Mann, der diesem Film dann auch endlich
bis zur letzten Instanz begleiten sollte, war Lasse Halmström.
Wunderbare Zusammenarbeit bescheinigt Irving ihm; gemeinsam kürzen sie
die Liebesgeschichte wieder, die Irving zu viel Raum eingenommen hatte,
bauen die Figur des Dr. Larch dafür weiter aus. Es ist zwar nicht wie
vor eine Enttäuschung, dass sein Sohn Colin mittlerweile zu alt
ist, um noch die Rolle des Wally Worthington zu spielen; dafür
übernimmt er den Part des Major Winslow, der im Film dazugeschrieben
wurde, um lange Passagen aus dem Buch weglassen zu können. Auch Irving
selbst ist im Film zu sehen; als unleidlicher Bahnhofvorsteher von St.
Clouds.
Obwohl er ja selbst das Drehbuch verfasst hat, selbst bei vielen
Aufnahmen zugegen war, befürchtet Irving noch beim Schreiben seiner
biographischen Notiz My Movie Business, dass der Film falsch
verstanden werden könnte, dass es in der Beschreibung auf die
Liebesgeschichte zwischen Candy und Homer reduziert wird. Wenn auf dem
Filmplakat diese beiden gemeinsam zu sehen wären, hätte er verloren,
meint er im Buch. Wie wir heute, nachdem der Film ja schon gelaufen ist,
wissen, hatte er recht mit seiner Befürchtung.
Privat ist diese Zeit durch die Heirat mit Janet Turnball
gekennzeichnet, die auch seine Agentin ist; sie ist auch die Mutter
seines dritten Sohnes.
Bei einem Interview 1999 wurde Irving gefragt, ob er denn schon an etwas
Neuem arbeiten würde. Ja, meinte er; an einem Roman über einen
Journalisten, der während einer Fernsehreportage eine Hand verliert -
vor 4 Millionen Zusehern. Diesem Mann wird die Hand eines toten Mannes
transplantiert; und die Witwe des Toten beantragt und erhält ein
Besuchsrecht für "Ihre" Hand.
29. Dezember 2001:
Mittlerweile ist dieses Buch von John Irving, "Die vierte Hand"
in den USA bereits erschienen und wird im Februar auch auf dem
deutschsprachigen Buchmarkt erhältlich sein. Auch dieses Buch soll
verfilmt werden; die Zusammenarbeit mit Lasse Halmström als
Regisseur und Irving selbst als Drehbuchautor, wie ja bereits
Gottes Werk und Teufels Beitrag erprobt, wird fortgesetzt. Irving
arbeitet bereits am Drehbuch, und für die Rolle des Patrick
Wallingford ist George Clooney im Gespräch.
6. März 2002:
In einem Interview mit der Zeitschrift Literaturen erzählte John
Irving, dass er für "Die vierte Hand" die Arbeit an einem
Roman unterbrochen habe, mit dem er sich schon länger beschäftige.
Dieser solle im Tattoo-Millieu spielen und hauptsächlich von der
Suche eines Vaters nach seinem Sohn handeln.
Quellen:
John Irving, "Die imaginäre Freundin"
John Irving, "My Movie Business"
Diogenes Pressedienst
unzählige Interviews, Reportagen, Filme, und alle seine Bücher
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