Frühlingsgrüße aus dem (Lese)Winterschlaf!

FruehlingLiebe Leselust-BesucherInnen,

schön, wenn trotz der langen Zeit, in der ich mich jetzt nicht gemeldet habe, immer noch jemand von euch hier mitliest! Herzlichen Dank dafür! Dann will ich doch mal wieder ein wenig erzählen, was in meinem (Lese)Leben gerade so vor sich geht.

Um es kurz zu machen: ich kann mich immer noch nicht so recht auf Bücher einlassen, mit denen ich auch eine gewisse Erwartungshaltung verbinde.

Und daher habe ich nun wieder angefangen, Klassiker zu lesen. Wie meine liebe Freundin Claudia einmal sagte: Jane Austen geht immer. So ist es. Nur: irgendwann hat man auch alle Bücher von Jane Austen zum wiederholten Mal durch. Auf der Suche nach weiterem Stoff bin ich wieder bei Elizabeth Gaskell gelandet, von der ich vor einigen Jahren “Mr. Harrissons Bekenntnisse” gelesen hatte. Das macht mir wieder Spaß, auch wenn die Geschichten (ich bin derzeit bei den Erzählungen, die ja bei ihr auch eine ganz ordentliche Länge haben) schon oft recht einfach gestrickt und durchschaubar sind. Nur leider ist nicht viel davon auf Deutsch erhältlich… und es könnte sein, dass ich mich über diesen Umstand an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt nochmal äußern werde.

Und außerdem stöbere ich mich auch in großem Ausmaß durch die Bücher von Autoren, die nicht von einem Verlag veröffentlicht werden, also die Selfpublisher. Es ist ja recht praktisch, dass es da bei den englischen Titeln immer wieder die Einführungspreise von € 0,- gibt, da probiert man schon mal ein paar Sachen aus, zu denen man sonst vielleicht gar nicht gegriffen hätte.

Davon haben mir jetzt aktuell “The Game” von Terry Schott und “Hushabye” von Celia Grace ganz gut gefallen, beides erste Bücher in einer Reihe, die ich vermutlich fortsetzen werde.

schottgame“The Game” ist eine Art SciFi, eine Mischung aus “Matrix”, “Panem” und so weiter, bei der die Erde, wie wir sie kennen, nur eine Computersimulation ist. Die Kinder und Jugendlichen eines anderen Planeten besuchen keine Schulen, sondern werden hier eingeloggt und durchleben Erdenleben, und je nachdem, wie gut sie das machen, steigen sie im Ranking. Daraus ergeben sich dann ganz logische Antworten zu manchen Aspekten; klar, Seelenwanderung ist eine davon, aber es wird auch das Geheimnis der Selbstgespräche gelüftet. Wer mal was anderes lesen möchte – das Buch gibt es derzeit noch kostenlos als Ebook.

hushabyeDie Krimireihe, die mir Spaß gemacht hat, handelt von der jungen Ermittlerein Kate Redman, die gleich bei ihrem ersten Job an der neuen Dienststelle mit einer alten Wunde in ihrem eigenen Leben konfrontiert wird.
Der Krimi ist mit etwa 150 Seiten relativ kurz, aber dafür wird man auch nicht mit blutigen Details gefoltert, sondern darf sehr geradeheraus den Ermittlungen eines sympathischen Ermittlergespanns folgen. Die Geschichte ist in sich stimmig, die Charaktere haben mich interessiert – da können so manche “gedruckten” Bücher nicht ganz das Wasser reichen. Auch dieser Titel ist gerade kostenlos

Ich hoffe, dass mich die richtige Leselust bald wieder umtreibt – aber bis dahin hoffe ich, dass ihr auch Spaß habt an so kleinen Plauereien zwischendurch. Ich freue mich schon, wieder von euch zu lesen!

Elizabeth Gaskell – Mr Harrisons Bekenntnisse

gaskellAus gegebenem Anlass (ich lese mich gerade kreuz und quer durch die Klassiker, im Moment vor allem Gaskell) grabe ich hier erstmal eine alte Kritik wieder aus, um euch die Autorin und ihre Erzählungen ein wenig schmackhaft zu machen:

Elizabeth Gaskell war, wie mir das Nachwort im schönen Manesse-Band verriet, eine Zeitgenossin von Jane Austen, Charlotte Bronte und Charles Dickens. Für Dicken´s Wochenzeitschrift hat sie auch Erzählungen geschrieben.

Und an Jane Austen, speziell ihren Roman “Emma”, erinnerte mich auch vor allem die dritte und titelgebende Erzählung in diesem Band, “Mr. Harrisons Bekenntnisse”. Mr. Harrison ist ein junger Arzt, der sich in einem kleinen Städtchen in Nordengland niederlässt. Er soll dort in die Praxis des schon etablierten, älteren Landarztes eintreten. Schon vom ersten Tag an merkt er, dass die Uhren hier auf dem Land deutlich anders ticken als in der Metropole, in der er studierte. Alles, was Rang und Namen hat, hinterlässt schon am ersten Abend besorgte Fragen nach seinem Wohlbefinden nach dieser langen Reise. Und Mr. Morgan, sein Mentor, belehrt ihn am nächsten Morgen immer wieder darüber, wie er hier im Städtchen aufzutreten habe, angefangen von der Garderobe bis hin zu den Höflichkeiten, die Harrison erst übertrieben erscheinen.

Und gerade die Tatsache, dass er es höflich allen recht machen will führt dazu, dass er sich nach einigen Wochen gleich mit drei Frauen mehr oder weniger verlobt findet; ohne allerdings selbst dazu etwas beigetragen zu haben, und vor allem auch, ohne auch nur die geringste Neigung zu einer der ausgewählten Damen zu verspüren. Weiterlesen

Neue EBooks in der Onleihe und bei Skoobe KW 6/2014

musilIch habe nun schon eine Weile nicht mehr davon berichtet, welche Ebooks in der Onleihe (Bücherhallen Hamburg) und bei Skoobe neu verfügbar sind. Ein wenig will ich versuchen, das Versäumte aufzuholen. Aber erst mal eine nette Anekdote dazu: während bei Skoobe jedes vorhandene Ebook sofort verfügbar ist und man in Hamburg maximal 5 Vormerkungen / Buch akzeptiert, ist diese Anzahl in Berlin unbegrenzt. Was dazu führt, dass ein Ebook schon mal bis zu eineinhalb Jahre im Voraus reserviert werden müssen, wie hier im Bild Musil´s “Mann ohne Eigenschaften”. Da sage nochmal einer, die Berliner wären nicht bildungshungrig!

Aber nun der Versuch eines kleinen Überblicks über die Neuzugänge in Hamburg: Weiterlesen

Manchmal ist die Sache mit dem Glück so einfach…

glueckWir alle kennen die Tage, an denen irgendwie alles schief zu laufen scheint. Umso wichtiger, dann auch mal an den Tagen inne zu halten, an denen es eben nicht so ist – und drum, verzeiht mir, heute muss es einfach mal raus: es gibt auch diese wunderbaren Tage.

An denen man morgens von den weltbesten Kindern mit Küssen und Umarmungen geweckt wird, von denen einem die Luft wegbleibt. Wo morgens noch Zeit ist, ein kleines Buch vorzulesen. Wo beim Frühstück schon Erfindungen gemacht werden, die die Welt irgendwann ganz sicher bereichern werden… wenn die kleinen Erfinder sich als Erwachsene noch an ihre Träume erinnern können.

Tage, an denen die Sonne durch die Wolken blinzelt. Man Vogelstimmen vernimmt, die dem nahen Naturschutzgebiet zu verdanken sind. Tage, an denen liebe Nachrichten von Freunden kommen.

Und Tage, an denen man merkt, dass dieses Buch, das man zuletzt gelesen hat, noch in einem arbeitet. Dass man weiß: Darüber will ich reden, das hat etwas in mir angestoßen. Und die Leselust zurückkehren fühlt. An solchen Tagen ist die Sache mit dem Glück wirklich ganz einfach.

 

Ich bin ein Serienjunkie

serienjunkieFür Menschen wie mich, die Bücher für einen selbstverständlichen Teil ihres Lebens erachten, ist es immer ein wenig befremdlich, wenn plötzlich die Lust auf neue Leseerlebnisse einfach so – erlischt. So ging bzw. geht es mir nun seit Mitte November 2013; ich lese kaum noch (nun gut, wenn ich mir die Liste mit den gelesenen Büchern 2014 ansehe und merke, dass da doch schon 15 Titel aufgelistet sind, ist “kaum noch” vielleicht doch eine sehr subjektive Wahrnehmung….) – und das, was ich lese, sind überwiegend Krimis.

Und zwar nicht irgendwelche Krimis – sondern Teile von Krimireihen. Bücher also, deren Hauptpersonen ich bereits seit einigen Titeln kenne, die mir vertraut sind… auch wenn ich mit so mancher Reihe eigentlich gar nicht sonderlich zufrieden war (siehe die hochgelobten Hjorth/Rosenfeldt-Krimis, die mich nicht sonderlich begeisterten). Aber trotzdem greife ich gerade eher zu so einem Titel als zu einem der vielen Bücher, die sich noch auf meinem SUB befinden und eigentlich eine Menge Lesevergnügen versprechen. Und ich frage mich, warum das so ist…

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Gelesene Bücher 2014

BrokenSpreeMeine Leseunlust hält auch in diesem Jahr noch an. Aber so nach und nach wird doch das eine oder andere Buch wieder aufgeschlagen…. und bis die Spree erneut zufriert (das Bild hier stammt von den eiskalten Januartagen 2014) wird bestimmt das eine oder andere Buchschmankerl nicht nur hier aufgelistet, sondern auch in der LESELUST vorgestellt sein.

Falls es jemanden interessiert: das hier sind die Bücher, die ich 2013 gelesen habe

Aber nun lasst uns mal sehen, was ich in diesem Jahr gelesen (und was zumindest begonnen, aber nicht zu Ende gelesen) habe:

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J. M. Coetzee – Schande (Disgrace)

schandeDavid Lurie, Universitätsprofessor, wenige Jahre vor der Pensionierung, hat für sich in seinem beschaulichen Leben alles arrangiert: donnerstags trifft er eine Edel-Prostituierte, ansonsten beschäftigt er sich schon seit einigen Jahren mit einer Arbeit über Byron.

Dann beginnen Kleinigkeiten sein Leben ins Wanken zu bringen: erst trifft er seine Prostituierte beim Spaziergang in der Stadt – und sie lehnt es daraufhin ab, ihn weiterhin als Kunden zu empfangen. Und kurz danach läuft ihm eine seiner Studentinnen über den Weg – ausgerechnet diejenige, in die er sich dieses Semester verliebt hatte. Das er sich in seine Studentinnen verliebte, war nichts ungewöhnliches für ihn; doch mit ihnen auch ein Verhältnis anzufangen, so wie mit dieser, gehörte nicht zu seinen Gepflogenheiten. Weiterlesen

Khaled Hosseini – Drachenläufer (The Kite Runner)

drachenlaeuferWenn es einen Menschen gab, von dem Amir sich bedingungslos geliebt wusste, dann von Hassan, seinem Freund und Milchbruder, der wie er mutterlos aufwuchs. Unzählige Stunden verbrachten sie gemeinsam, durch die Gärten ziehend, Abenteuer erlebend oder zumindest beschwörend, vereint in den Geschichten, die sie liebten. Wenn Amir von den sadistischen Jungen der Straße gehänselt und gequält wurde, stand Hassan für den Furchtsameren ein – für dich, tausendmal, sagte er dann auch an dem Nachmittag, als Amir hoffte, die Liebe und Aufmerksamkeit seines Vaters durch einen Sieg beim Drachenwettkampf zu erzielen.

Den Sieg hatte er dann tatsächlich davongetragen, die erhoffte Anerkennung des Vaters ließ nicht auf sich warten, und doch konnte Amir sich nicht wirklich daran freuen. Denn an diesem Nachmittag hatte er seine Freundschaft zu Hassan verraten, hatte gesehen, was diesem angetan wurde – und war weggelaufen, ohne ihm zu helfen. Weiterlesen

Lesepause… Sendepause

Lesepause Auch wenn hier gerade einmal wöchentlich ein neuer Beitrag zu einem alten, dafür aber besonderem Roman erscheint, ist es wohl trotzdem recht klar zu erkennen: hier ist es gerade recht still. Warum? Das möchte ich euch kurz erklären… Der wichtigste Grund ist wahrscheinlich: ich lese gerade NICHTS. Das ist ein Zustand, der für mich äußerst untypisch ist – aber es stimmt leider tatsächlich: ich habe seit Mitte November erst ein Buch gelesen, und auch das war nur ein Krimi, der sich schnell weg las. Solche Phasen gibt es hin und wieder in meinem Leben. Sie gehen meist einher mit einer ausgeprägten Kommunikationsunlust… (für die ich mich bei dieser Gelegenheit auch gleich noch entschuldigen möchte)… und irgendwann ist es dann einfach wieder vorbei. Daher melde ich mich hier bis zum Jahresanfang erstmal ab. Mittwochs gibt es noch bis dahin ein besonderes Buch aus dem Archiv, und ab 7. Januar bin ich dann wieder bereit – und habe hoffentlich auch endlich wieder Bücher gelesen, über die ich auch berichten möchte. Bis dahin wünsche ich allen Besuchern hier noch eine friedliche Adventszeit, schöne Weihnachten und auf Wiederlesen im nächsten Jahr!

Siri Hustvedt – Was ich liebte (What I Loved)

wasichliebteZu Beginn verbindet den Erzähler dieser Geschichte vor allem die Nachbarschaft mit Bill; bald wird daraus eine intensive Freundschaft, die auch die beiden Frauen, Erica und Violet, mit einschließt, und sich auch auf die Kinder ausdehnt. Bills Sohn Marc lebt meist bei der Mutter; Violet und er versuchen schon länger erfolglos, noch ein zweites bzw. erstes Kind zu bekommen. Weiterlesen