Oliver Tidy – Eingelocht (Making a Killing) Die zweite Romney und Marsh Akte

eingelocht2Seit heute ist der zweite Band der von mir übersetzten Krimireihe als Kindle-Ebook verfügbar. Ich freue mich über alle LeserInnen, die dieser sympathischen Krimireihe eine Chance geben – und finde, dass der Autor sich bei diesem zweiten Band ein gutes Stück gesteigert hat. Ich hatte viel Spaß dabei und hoffe, ihr habt ihn auch!

Es ist heiß in Dover. Sehr heiß. Mörderisch heiß. 

Eine Leiche wird auf dem Golfplatz gefunden. Romney, der ohnehin eine Abneigung gegen die versnobte bessere Gesellschaft hat, ist genervt. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat er einen Urlaub geplant, eine Reise mit seiner Freundin – doch wenn der Fall bis dahin nicht aufgeklärt ist, was wird daraus? 

Und als ob das nicht genug wäre, läuft es auch in seinem Team nicht gut. Detective Sergeant Brian Wilkie ist aus der Elternzeit zurück und mehr als genervt davon, dass in seiner Abwesenheit Detective Sergeant Joy Marsh seinen Platz als rechte Hand beim Inspector eingenommen hat. 

Und zu allem Überfluss hat ein selbsternannter Rächer es sich zur Aufgabe gemacht, die Falschparker der Stadt zu terrorisieren… 

Am Ende dieses Sommers leben in Dover einige Menschen weniger, Joy Marsh hat ihre dunkle Seite entdeckt, und auch bei Romney ist nichts mehr so, wie es davor war… 

Im zweiten Teil der Romney und Marsh Akten wird es noch böser, bissiger – und persönlicher… 

Ian McEwan – Kindeswohl (The Children Act) – Das besondere Buch

KindeswohlschlangeEs kommt derzeit nicht so häufig vor, dass ein Buch mich so richtig begeistern kann. Das liegt vermutlich durchaus auch an meiner Auswahl – so manches Buch, von dem ich hoffe, dass es mir gefallen könnte, spare ich mir durchaus auf für Zeiten, in denen ich empfänglicher und offener bin.

Auch “Kindeswohl”, den neuen Roman von einem meiner Lieblingsschriftsteller, hatte ich nach den ersten paar Seiten wieder weggelegt. Da steckt was drin, das war mir sofort klar. Das ist eines dieser Bücher, die dich da packen, wo es wehtut.

Zum Inhalt wurde in den vielen, vielen Rezensionen ja schon jede Menge gesagt. Fiona, eine Richterin von 59 Jahren, wird ziemlich gleichzeitig mit zwei Themen bestürmt, von denen jedes für sich schon elementar ist. Ihr Mann eröffnet ihr, dass er eine Affäre haben möchte. Nicht heimlich, sondern mit ihrem Wissen, ihrer Duldung, denn am eigentlichen Status der Ehe möchte er nichts ändern. Aber ihm fehlt Leidenschaft, Sex, Hingabe – er möchte das noch einmal erleben.

Gleichzeitig soll sie sich mit dem Fall eines beinahe volljährigen Jungen beschäftigen, der aufgrund seiner Glaubenszugehörigkeit die lebenserhaltende Behandlung mit Blutkonserven verweigert. Das Gericht soll nun entscheiden, ob seinem Willen stattgegeben werden kann, oder ob man einem noch unmündigen Menschen das Weiterleben ermöglichen muss, weil er die Tragweite seiner Handlungen noch nicht entsprechend übersehen kann. Weiterlesen

Bucherfreut und Christiane Petra über “Dover” von Oliver Tidy

bucherfreut Enna von Bucherfreut sagt über Dover:
“Das Buch hat eine tolle Aufmachung und die Geschichte hat sich fast wie von selbst gelesen. Eine Empfehlung – nicht nur für Krimifreunde – und alles in allem greife ich auf meine 4 Herzen zurück.”

Vielen Dank dafür! – die ganze Kritik gibt es hier zu lesen:  Bucherfreut

christianepetraUnd Christiane Petra lobt und kritisiert in ihrem Blog:

“So lebt der Roman nur von der spannend umgesetzten Geschichte und einem alles überragenden Detective Romney. Für den ersten Roman mag das gehen und es gefiel mir sehr gut, aber ob das auch für die folgenden Folgen reichen kann werden wir sehen. Ich freue mich jedenfalls auf die Übersetzung der weiteren Teile und wie es mit den beiden Ermittlern weitergeht.”

Die ganze Kritik gibt es hier zu lesen: Rezensionen von Christiane Petra

Herzlichen Dank den beiden Bloggerinnen für ihre Mühe und ihre kritische Betrachtung des Krimis!

 

Pippi Langstrumpf – Nein Danke.

pippiIch bin, wie vermutlich die meisten Kinder zu meiner Zeit, mit Astrid Lindgren aufgewachsen. Oder besser gesagt: mit Pippi Langstrumpf. Und Michel von Lönneberga. Karlsson vom Dach. Und damit … hört es bei mir auch schon wieder auf. Falls ich als Kind die anderen Bücher doch auch gelesen haben sollte, so kann ich mich auf jeden Fall nicht mehr daran erinnern.

Aber macht ja nichts. Pippi Langstrumpf alleine genügt doch schon. Das ist doch etwas, worauf man sich dann durchaus auch freut, wenn man selbst Kinder hat – ihnen dieses Buch vorzulesen.

Und da kam dann schon die nächste Enttäuschung. Es hat mir keinen Spaß gemacht. Weiterlesen

Klaas Huizing – Bruderland

huiVor vielen Jahren las ich das Buch Ruth über eine Zeit, die mir sehr fremd ist und auch weiterhin blieb – aber die Lektüre habe ich als eine der wenigen zu diesem Thema in Erinnerung behalten. Ein paar Jahre darauf folgte “Frau Jette Herz” – ein wirklich toller Roman über die Zeit der großen Berliner Salons. Der Name Huizing hat für mich also einen guten Klang.

Und jetzt? Habe ich das Buch “Bruderland” eigentlich nur bis zum Ende gelesen, weil ich wissen wollte, welchen Tod dieser Moritz denn nun gestorben ist und welchen Anteil Henk daran hat. Man erfährt es wirklich erst auf der letzten Seite, sonst hätte ich vorher abgebrochen.

Denn obwohl auch in diesem Buch zwischendurch schöne, dichte Beschreibungen einer alles andere als heilen Familie enthalten sind, hat mich die Umsetzung der Jetzt-Zeit mit den ganzen Auswirkungen auf Henk, der so bindungsscheu ist und eine Frau nach der anderen wieder von sich weg treibt, so gar nicht überzeugt.

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Klaas Huizing – Frau Jette Herz

jette

Und hier noch ein drittes mal aus dem Archiv, eine echte Leseempfehlung!

Der Begriff “Salon” ist untrennbar mit ihr verbunden – mit Henriette Herz, die in Berlin Ende des 18. Jahrhunderts 20 Jahre lang einen Kreis von angesehenen Literaten, Philosophen und Theologen um sich scharte.
Der Roman setzt mit dem ersten Besuch des Theologen Schleiermachers in diesem Salon ein; bald schon geht er beinahe täglich bei der Herz aus und ein, eine tiefe Freundschaft verbindet die beiden optisch sehr ungleichen Menschen; sie, eine große, üppige Schönheit, und er dagegen klein, etwas verwachsen, schmächtig – ein gefundenes Fressen für die Karrikaturisten, die sich diese Gelegenheit zum Spotten nicht entgehen lassen.

Doch das wird – zumindest im Buch – erst etwas später wirklich wichtig. Erst muss sich diese Freunschaft ja entwickeln; dass sie anders als platonisch sein könnte, kommt für Jette anfangs auch gar nicht in Frage. Schließlich ist sie verheiratet, wenn auch in einen sehr viel älteren, nüchternen Mann. Und Schleiermacher? Nun, der verliebt sich erstmal in eine verheiratete Frau.

Als Marcus Herz recht plötzlich stirbt, muss Jette Herz ihre Ausgaben so weit einschränken, dass ihr ein Fortführen des Salons nicht mehr möglich ist. Die Freundschaften allerdings bleiben bestehen; vor allem natürlich zu Schleiermacher, der zwischenzeitlich aus Berlin versetzt wurde. Als dann auch die Beziehung zu Schleiers Pastorsgattin abgebrochen werden, wagt Jette einen Vorstoß; wäre sie schließlich nicht die ideale Partnerin für ihren Schleier? Doch dieser lehnt ab; und trotz aller unerfüllten Sehnsüchte bleibt der Freundschaftsbund bestehen.

Soweit ganz kurz, sachlich und wahrscheinlich auch nicht sonderlich verlockend zum Inhalt. DIe ersten 50 Seiten empfand ich denn auch als zwar zeitgeschichtlich interessant, insgesamt aber doch eher wenig fesselnd. Doch je mehr dichterische Freiheit der Autor sich dann erlaubt, je mehr er sich auch versucht in die Gefühlswelt dieser hochgebildeten Frau zu versetzen, umso faszinierender empfand ich es. Jette, die als große Schönheit galt, leidet sehr darunter, dass sie kein körperliches Verlangen in den sie umgebenden Männern hervorzurufen versteht. Im heutigen Sprachgebrauch ist sie der Kumpel, mit dem man Pferde stehlen kann, hat immer ein offenes Ohr, ist gleichzeitig auch Muse und intellektuelle Ansprechpartnerin.

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Klaas Huizing – Der letzte Dandy

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Aus dem Archiv:

Die Vorstellung “was passiert nach dem Tod” beschäftigt die Menschen seit jeher. Bei Klaas Huizing ist der Himmel irgendein Ort am Meer, kein Sandstrand unter Palmen, sondern eher Ostsee, und die Eitelkeiten der Irdischen bleiben nach wie vor erhalten.

Daher sind die beiden Herren, die man hier bei einem Strandspaziergang begleiten kann, unschwer als Thomas Mann und Sören Kierkegaard zu identifizieren. Nach gegenseitigen Schmeicheleien – die allerdings für Herrn Mann nicht immer ganz so ausfallen, wie er sie gerne hören würde – ergibt sich aus dem Gespräch, dass Kierkegaard gerne eine Autobiographie verfassen würde und sich dabei gerne von Thomas Mann zur Seite stehen lässt. 
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Klaas Huizing – Das Buch Ruth

ruthDie erste gemeinsame Aktion war ein Liederabend, um gegen die Verwendung von Weihnachtsbäumen zu protestieren. Und eigentlich hätte Ruth schon hier merken können, dass bei Georg gegen etwas protestieren noch lange nicht hieß, auch selber danach zu leben; denn bei seinen Eltern prangt natürlich stolz eine große Tanne. Es wäre nur seiner Mutter wegen, erklärt er ihr.

Und wie auch in den vielen Jahren, die noch folgen sollten, lässt Ruth sich von Georgs Argumenten einwickeln. Verzeiht ihm. Verzeiht ihm auch, dass er sie dann, als sie zu studieren beginnen, verlässt, um “andere” Erfahrungen zu sammeln. Verzeiht ihm, dass bei all den Aktionen, mit denen sie sich gemeinsam in der Friedensbewegung engagieren, immer er die Lorbeeren einheimst, während sie mit dem Großteil der Arbeit belastet wird.
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Christiane Frohmann (Hrsg) – Tausend Tode schreiben

 

1000Digitale Herausgabe macht es möglich: ein Buch, vier Erscheinungstermine. Egal, wann man es kauft, man erhält den Rest automatisch. Und so sind im ersten Teil der Sammlung von Texten um den Tod erstmal nur 135 Texte enthalten, 1000 sollen es werden.

Neben in der deutschen Literaturszene sehr bekannten Namen (wie David Wagner, Zoe Beck, Clemens Setz) finden sich auch die Texte von Bloggern, Lesern, … ich mag den Verlagstext hier nicht nochmal aufzählen. Nur so viel: es sind durchaus nicht immer die Texte von den “gelernten” Schreibern, die vielleicht ab und an eine Saite bei einem selbst berühren.

Wie wird der Tod in der Gesellschaft wahrgenommen – unter diesem Untertitel könnte man, soweit ich es verstanden habe, diese Textsammlung begreifen. Ich habe jetzt an zwei Abenden die bislang 135 Texte gelesen, die in der ersten Version enthalten sind.

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Ursula Engel, Bernd Ulrich – Mama, Papa, ich werd´ Fußballprofi

engelEs gibt Themen, die springen einen in gewissen Lebenssituationen einfach an. Fußball? Hat mich nie interessiert. Ich gebe zu, ich gehörte auch zu denen, die eine leicht snobistische Herablassung an den Tag legten, was das Spiel und das Publikum anging.

Aber… ich habe Kinder. Söhne. Die, man ahnt es schon… Fußball spielen. Im Verein. Und nun gehöre ich eben auch zu den Fußballmuttis, die Kinder zum Training kutschieren, zum Spiel, und habe dabei zumindest eines gelernt: dass das Spiel durchaus nichts für Dummköpfe ist.

Nein, eine Karriere im Profifußball ist nicht im Entferntesten angedacht. Aber gerade auch, nachdem im Nachgang der gelungenen WM 2014 so viel von der guten Nachwuchsarbeit der Vereine die Rede war, hat mich mal interessiert, wie das denn tatsächlich aussieht, und ein bisschen mehr über Fußballinternate etc. gelesen. Dabei bin ich auch auf eine Langzeitreportage gestoßen, bei der zwei Jugendliche auf ihrem Weg in die geplante Profikarriere begleitet werden. -> klick Weiterlesen